Die Sonne zeigt sich in Bayern weiter von ihrer extremen Seite: Wer draußen unterwegs ist, sollte viel trinken, Pausen im Schatten einlegen und die intensive Mittagshitze meiden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in vielen Regionen erneut mit einer außergewöhnlich hohen Wärmebelastung zu rechnen. Eine schnelle Abkühlung ist nach dem bisherigen Temperaturrekord von 40,8 Grad in Kitzingen bei Würzburg nicht in Sicht.
Nach vorläufigen Messungen lagen die Temperaturen am Samstagnachmittag in Kitzingen und Kahl am Main bereits wieder bei über 40 Grad. An der Messstation in Kitzingen wurde dabei erneut ein Wert von 40,8 Grad registriert. Ob damit auch offiziell wieder ein neuer vorläufiger Spitzenwert erreicht wurde, sollte erst am Abend feststehen.
Unterfranken weiter besonders stark betroffen
Laut DWD-Meteorologe Martin Schwienbacher könnte der Samstag den Höhepunkt der Hitzewelle markieren. Besonders in Nordbayern und Unterfranken bleibt es außergewöhnlich heiß. Bereits in der Nacht war es nach DWD-Angaben selbst in höheren Lagen ungewöhnlich warm, teils sogar tropisch.
Als tropische Nacht gilt, wenn die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. An der Messstation Sandberg in der Rhön wurden in der Nacht vorläufig 24,7 Grad gemessen – ein Stationsrekord seit 1965. Für den DWD ist das ein weiterer Hinweis darauf, wie ungewöhnlich diese Wetterlage ist. Eine derart starke Hitzewelle so früh im Sommer sei äußerst selten; die höchsten Temperaturen werden normalerweise eher im Juli oder August erreicht.
Neben der starken Wärmebelastung bleibt wegen der anhaltenden Trockenheit auch die Waldbrandgefahr in Bayern hoch, mancherorts sogar sehr hoch. Entsprechend ist bei Ausflügen in Wälder besondere Vorsicht geboten.
Auch Flüsse ungewöhnlich warm
Nicht nur die Luft, auch die Gewässer heizen sich stark auf. Der Main erreichte am Freitag zeitweise die 30-Grad-Marke. Am Samstagnachmittag lag er nach Angaben des Landesamts für Umwelt noch bei 29,8 Grad und damit kaum darunter. Auch die Donau ist mit derzeit rund 29 Grad ungewöhnlich warm. Zu heißes Flusswasser kann Tier- und Pflanzenwelt belasten.
Sonntag bringt Gewitter – aber kaum Abkühlung
Der Sonntag startet laut DWD erneut sonnig. Im Laufe des Tages können sich jedoch Schauer und teils kräftige Gewitter entwickeln. Am Nachmittag sind vielerorts Starkregen, Hagel und stürmische Böen möglich, örtlich besteht sogar Unwettergefahr.
Trotzdem bleibt es zunächst heiß: Die Temperaturen steigen am Sonntag nochmals auf 35 bis 40 Grad. Eine spürbare Entlastung ist damit vorerst weiter nicht in Sicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber