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Nach Demo: Fernpass-Route in Tirol wieder frei

Protest am Fernpass vorbei? Warum Behörden trotz kurzer Demos jetzt den ganzen Samstag vor dieser Alpenroute warnen.

27.06.2026, 12:40 Uhr

Ein Monat nach der Sperre der Brenner-Route ist in Tirol erneut eine wichtige Alpenverbindung für Proteste blockiert worden. Die Fernpassstraße B179 war am Samstag zwischen 10.00 und 12.00 Uhr zwischen Reutte und Nassereith gesperrt, auch eine lokale Ausweichroute war betroffen. Die Behörden hatten Reisende daher aufgerufen, den Fernpass großräumig zu umfahren.

Ein größeres Verkehrschaos blieb nach Angaben eines Experten des österreichischen Autofahrerclubs ÖAMTC zunächst jedoch aus. Die Aktion fiel mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammen. Offenbar verteilte sich der Urlaubsverkehr auf andere Strecken, sodass es kaum zu längeren Staus kam.

Mögliche Folgeeffekte in den kommenden Tagen

Lediglich auf der B177 in Tirol wurden Verzögerungen von rund 30 Minuten gemeldet, die mit der Sperre am Fernpass in Zusammenhang standen. Von einem Verkehrsdrama könne aber keine Rede sein, hieß es vom ÖAMTC. Das Land Tirol warnte jedoch vor möglichen Folgeeffekten in den nächsten Tagen, falls ursprünglich geplante Fahrten nun später nachgeholt werden.

Die Fernpassstraße B179 ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung in den Alpen und schließt an der bayerischen Grenze an die deutsche Autobahn A7 an. Nach Angaben des Landes Tirol nutzten im vergangenen Jahr im Schnitt täglich rund 16.300 Fahrzeuge die Strecke, darunter etwa 1.200 Lastwagen.

Protest gegen Verkehrsbelastung, Tunnelpläne und Maut

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 700 Menschen an zwei Kundgebungen auf beiden Seiten des Fernpasses. Darüber berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Organisiert wurden die Demonstrationen von einer regionalen Bürgerinitiative.

Mit den Protesten wandten sich Anwohner gegen die hohe Verkehrsbelastung in der Region sowie gegen ein geplantes Verkehrs-Management-Paket der Tiroler Landesregierung. Dieses sieht unter anderem Tunnelbauprojekte und die Einführung einer Maut vor.

Die Bürgerinitiative befürchtet, dass der geplante Aus- und Neubau von Tunneln am Ende zu noch mehr Verkehr auf der Fernpass-Route führen könnte. Zudem kritisieren die Organisatoren, dass eine Maut nicht nur Durchreisende, sondern auch die Bevölkerung vor Ort finanziell zusätzlich belasten würde. Statt neuer Straßenprojekte fordern sie, den Transitverkehr stärker auf die Schiene zu verlagern.

Für den 1. August hat die Initiative bereits einen weiteren Protesttag angekündigt. Ob die Veranstaltung einschließlich einer erneuten Sperre der Fernpassstraße stattfinden kann, haben die Behörden bislang jedoch noch nicht entschieden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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