Wetter

Nach Rekordhitze: Wie brutal wird das Wochenende?

41 Grad und kein Ende? Deutschland ächzt weiter unter der Hitze – am Wochenende drohen jetzt auch noch heftige Gewitter.

27.06.2026, 04:54 Uhr

Der zu Ende gehende Juni hat Deutschland eine Serie neuer Temperaturrekorde beschert. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde am Samstag um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt ein neuer bundesweiter Höchstwert von 41,5 Grad gemessen.

Bereits am Freitag war in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad die bis dahin höchste jemals in Deutschland registrierte Temperatur erreicht worden. Auch dieser Wert wurde am Samstag an derselben Station noch einmal übertroffen: Dort zeigte das Thermometer gegen 15.00 Uhr 41,4 Grad.

Allerdings weist der DWD darauf hin, dass es sich in allen Fällen um vorläufige Messwerte handelt, die nachträglich noch korrigiert werden könnten.

Der bisherige offizielle deutsche Hitzerekord hatte bei 41,2 Grad gelegen und war am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen gemessen worden.

Zahlreiche Rekordwerte im ganzen Land

Mit der aktuellen Hitzewelle sind nicht nur bundesweite Höchstwerte gefallen. Der DWD meldete eine ganze Reihe weiterer Spitzenwerte:

  • An 46 Messstationen wurden mindestens 40,0 Grad registriert.
  • An 250 Stationen wurden Temperaturen gemessen, die dort so hoch waren wie nie zuvor.
  • An weiteren 211 Stationen gab es neue Juni-Rekorde.
  • Auch mehrere Bundesländer verzeichneten neue Höchstwerte.

Mehrere Rekorde in nur wenigen Tagen

Mit der Hitzewelle wurde auch der bisherige Juni-Rekord für Deutschland übertroffen. Dieser hatte bislang bei 39,6 Grad gelegen und war am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen worden.

Hinzu kommt ein weiterer Spitzenwert in den Nächten: In Bad Bergzabern in Rheinland-Pfalz sank die Temperatur in den Nächten auf Donnerstag und auf Freitag laut vorläufigen DWD-Angaben jeweils nicht unter 26,2 Grad. Damit wurde der Rekord für die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen eingestellt. Bisheriger alleiniger Rekordhalter war der Weinbiet in Rheinland-Pfalz, wo am 25. Juli 2019 ebenfalls eine Tiefsttemperatur von 26,2 Grad registriert worden war.

Bahn und Straßenverkehr unter Druck

Wegen der extremen Hitze rieten die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Die Infrastruktur sei durch die Rekordtemperaturen stark belastet, auch der Schienenverkehr leide unter den außergewöhnlichen Bedingungen.

Auch Autofahrer bekommen die Hitze zu spüren. Nach Angaben des ADAC gibt es auf mehreren Autobahnen in verschiedenen Bundesländern Sperrungen und Tempolimits wegen Hitzeschäden. Vielerorts wölbt sich die Fahrbahn, weil sich Beton bei großer Hitze ausdehnt. Besonders betroffen sind laut Autobahn GmbH ältere, stark beanspruchte oder mehrfach reparierte Straßenabschnitte.

Gewitter und örtlich Unwetter

Seit Tagen sorgt die Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an oder über die 40-Grad-Marke. Besonders belastend ist dabei, dass es vielerorts auch nachts kaum noch spürbar abkühlt.

Für den späteren Abend und die Nacht zum Sonntag steigt vor allem im Norden und Nordwesten die Gefahr von verbreiteten Gewittern. Dabei sind örtlich auch Unwetter möglich.

Auch am Sonntag bleibt es vielerorts extrem heiß

Am Sonntag hält sich die Hitze in weiten Teilen Deutschlands. Vor allem von Franken bis nach Brandenburg werden erneut 39 bis 41 Grad erwartet, in der Lausitz sind sogar wieder bis zu 42 Grad möglich.

In den übrigen Regionen liegen die Höchstwerte voraussichtlich meist zwischen 32 und 38 Grad. Im Tagesverlauf drohen dort teils kräftige Gewitter mit Sturmböen, heftigem Starkregen und großkörnigem Hagel.

Zum Wochenstart folgt die Abkühlung

Erst am Montag zeichnet sich eine deutliche Entspannung ab. Einzelne Schauer im Nordwesten sowie Regen und teils kräftige Gewitter in weiten Teilen des Landes bringen kühlere Luft. Die Temperaturen sollen dann meist nur noch zwischen 25 und 29 Grad liegen, lokal im Osten und Südosten sind noch bis zu 31 Grad möglich. An den Küsten bleibt es etwas frischer.

Extreme Wetterlagen werden häufiger

Nach Einschätzung des DWD treten extreme Wetterlagen wie die aktuelle Hitzewelle infolge der Klimakrise in Deutschland häufiger auf und dürften weiter zunehmen. Daten des Wetterdienstes zeigen bereits, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit mehr als 30 Grad hierzulande gestiegen ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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