Fußball

Kimmichs DFB-Klartext: «Weiß, wie das Geschäft läuft»

Nach der DFB-Debatte bricht Kimmich sein Schweigen – und seine klare Ansage zur Nationalelf überrascht.

11.10.2026, 04:20 Uhr

Kimmich bekräftigt seinen Anspruch im DFB-Team

Joshua Kimmich hat sich in der Diskussion um seine Rolle in der deutschen Nationalmannschaft selbstbewusst gezeigt. Nach dem 2:2 des FC Bayern in Augsburg machte der Kapitän deutlich, dass ihn die jüngsten Debatten nicht aus der Bahn werfen. Er sei nun seit elf Jahren auf diesem Niveau unterwegs und wisse genau, wie das Geschäft funktioniere.

Zuletzt hatten prominente Stimmen seine automatische Startelf-Garantie infrage gestellt. Oliver Kahn äußerte Zweifel daran, ob Kimmich im DFB-Team weiter gesetzt sein müsse. Lothar Matthäus forderte, der Mittelfeldspieler müsse seine Führungsrolle nun auch sichtbar auf dem Platz bestätigen.

Kimmich sagte, er habe die Diskussion zwar nicht im Detail verfolgt, aber natürlich mitbekommen, dass öffentlich Unruhe entstanden sei. Entscheidend bleibe für ihn allein die eigene Leistung. Genau darauf habe er sich in den vergangenen elf Jahren konzentriert – und daran werde sich auch nichts ändern.

Kimmich bleibt überzeugt, Eberl und Hainer stellen sich klar hinter ihn

Der Bayern-Profi sieht sich weiterhin als festen Leistungsträger im Team von Bundestrainer Jürgen Klopp. Nach seiner Einschätzung spielen am Ende immer die Besten – und über viele Jahre habe er es geschafft, zu diesem Kreis zu gehören. Dafür arbeite er täglich weiter, um seine Leistung auch im engen Drei-Tage-Rhythmus konstant abrufen zu können.

Rückendeckung erhielt Kimmich von Bayerns Sportvorstand Max Eberl. Es sei aus seiner Sicht völlig absurd, die Qualitäten des Nationalspielers infrage zu stellen. Für Eberl ist Kimmich ein Leader, der vorangeht und Verantwortung übernimmt. Zwar sei der ganz große Turniererfolg mit der Nationalmannschaft bislang ausgeblieben, dennoch bleibe Kimmich für ihn ein herausragender deutscher Spieler, über den man froh sein müsse.

Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer stellte sich deutlich hinter den Nationalkapitän. Er bezeichnete Kimmich als eine der prägenden Spielerpersönlichkeiten seiner Generation, die nicht ohne Grund sowohl beim DFB als auch beim FC Bayern eine zentrale Rolle einnehme. Hainer zeigte sich überzeugt, dass Nationalmannschaft und Rekordmeister noch lange von Kimmich profitieren werden – und nannte die aktuelle Debatte überflüssig.

Konkurrenz auf seiner Position nutzt ihre Chance

In der jüngsten Länderspielphase bestritt Kimmich zunächst die Partien in den Niederlanden (1:1) und gegen Griechenland (0:1). Danach verließ er wie die meisten anderen Spieler das Team, damit ein zweiter Block die weiteren Begegnungen gegen Serbien (2:0) und in Griechenland (0:0) absolvieren konnte.

Der 31-Jährige hätte nach eigenen Angaben gern auch in dieser zweiten Phase zum Kader gehört und habe das Klopp mehrfach mitgeteilt. Der Bundestrainer setzte stattdessen auf Kimmichs Bayern-Kollegen Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof, die auf dieser Position mit guten Auftritten überzeugten.

Hainer lobte diese Entwicklung ausdrücklich. Es freue ihn, dass Bischof und Pavlovic starke Spiele in der Nationalmannschaft gezeigt hätten. Beim FC Bayern wisse man genau, welchen Wert beide Spieler hätten.

Kein Vorwurf an Klopp

Auf die Frage, ob er sich in der öffentlichen Debatte mehr Rückendeckung von Klopp gewünscht hätte, reagierte Kimmich eindeutig: überhaupt nicht. Der Bundestrainer habe die Situation aus seiner Sicht nachvollziehbar erklärt.

Kimmich räumte ein, dass er nach der Verletzung von Jamal Musiala gehofft habe, doch noch länger bei der Nationalmannschaft bleiben zu dürfen. Weil Klopp seine Planung und die Hintergründe von Beginn an klar kommuniziert habe, sei die Entscheidung für ihn letztlich aber in Ordnung gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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