Ein Tornado hat sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über dem Bodensee bei Friedrichshafen gebildet. Die Wasserhose war demnach etwa 15 Minuten lang sichtbar und zog anschließend in Richtung Lindau weiter. Zu ihrer genauen Höhe und Breite lagen zunächst keine Angaben vor. Die Windgeschwindigkeiten im Wirbel schätzt der DWD auf etwa 100 bis 150 Kilometer pro Stunde.
Da sich der Tornado ausschließlich über dem Wasser entwickelte, wurden keine Schäden gemeldet. Auch die Wasserschutzpolizei berichtete von keinen Zwischenfällen oder Notlagen auf dem See. Dennoch warnte DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding davor, dass sich im Laufe des Nachmittags in der Region weitere Tornados bilden könnten.
Tornados auf dem Bodensee keine Seltenheit
Nach Einschätzung des Meteorologen treten solche Erscheinungen auf dem Bodensee immer wieder auf. Auffällig sei diesmal gewesen, dass der Tornado besonders gut vom Ufer aus zu erkennen gewesen sei, unter anderem von Wasserburg aus. Die Gewitterzelle, die den Wirbel ausgelöst habe, habe sich inzwischen bereits wieder abgeschwächt und aufgelöst.
Zur Entstehung erklärte Nerding, dass in den unteren Luftschichten eine Rotation vorhanden gewesen sei. In Verbindung mit der Gewitterzelle und den dort auftretenden Aufwinden habe dies schließlich zur Bildung des Tornados geführt.
Auch in den kommenden Stunden seien ähnliche Wetterphänomene in Oberschwaben und im Allgäu möglich. Dort komme es ebenfalls mehrmals pro Jahr zu solchen Tornados. Wenn sie eine ähnliche Stärke wie über dem Bodensee erreichten, könnten sie laut DWD durchaus Bäume entwurzeln oder Dächer beschädigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber