Teils heftige Gewitter haben in Bayern in der Nacht und am Mittwochmorgen zahlreiche Probleme verursacht. Betroffen waren Straßen, der Bahnverkehr und auch der Flugverkehr am Münchner Flughafen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt das Wetter zunächst unbeständig und etwas kühler, ehe sich zum Wochenende wieder sommerliche Bedingungen abzeichnen.
Flughafen München mit vorübergehendem Abfertigungsstopp
Am Münchner Flughafen wurde am Vormittag wegen der Wetterlage für rund 30 Minuten ein Abfertigungsstopp verhängt. Wie die Betreibergesellschaft mitteilte, geschah dies aus Sicherheitsgründen, um Passagiere und Beschäftigte vor elektrischen Entladungen zu schützen.
Während dieser Zeit durften Flugzeuge weder be- noch entladen werden. Auch ein Ein- und Aussteigen der Passagiere war vorübergehend nicht möglich. Solche Unterbrechungen führen nach Flughafenangaben in der Regel zu Verzögerungen im regulären Betrieb. Inzwischen ist auch klarer, wie stark der Flugverkehr beeinträchtigt wurde: Insgesamt wurden wegen der Wetterlage rund 100 Starts und Landungen gestrichen.
Der DWD hatte am Vormittag für die Region nordöstlich von München vor Gewittern mit heftigem Starkregen zwischen 25 und 35 Litern pro Quadratmeter und Stunde sowie vor Sturmböen und Hagel gewarnt.
Blitzeinschlag legt Bahnverkehr in Aschaffenburg zeitweise lahm
Schon in der Nacht waren Einsatzkräfte in mehreren Regionen Bayerns gefordert. Vor allem aus Oberfranken, Unterfranken und Oberbayern wurden umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und weitere Sturmschäden gemeldet.
Besonders stark traf es Aschaffenburg: Dort konnten am frühen Morgen zeitweise keine Züge mehr fahren, nachdem Blitze in ein Stellwerk eingeschlagen hatten. Laut DB Regio wurde die Streckensperrung am Morgen wieder aufgehoben.
Rund 300 Feuerwehreinsätze in und um Aschaffenburg
Nach Angaben der Feuerwehr lag die Zahl der Einsätze am Vormittag bei etwa 300, davon 175 allein in Aschaffenburg. Hauptsächlich ging es um vollgelaufene Keller in Privathäusern, Firmen und Schulen. Außerdem liefen Unterführungen mit Wasser voll.
Die Stadt warnte zudem davor, dass nach dem Unwetter Äste von Bäumen abbrechen könnten. Deshalb könnten Einrichtungen wie Friedhöfe oder Spielplätze vorübergehend gesperrt werden.
Unfälle durch Starkregen in Schwaben
Auch in Schwaben hatte das Unwetter bereits am Dienstagabend Folgen. Laut Polizei kam es wegen Starkregens zu mehreren Unfällen auf der Autobahn 8. Auf der A7 wurden zudem drei Menschen leicht verletzt, als ihr Auto bei einem Aquaplaning-Unfall gegen eine Leitplanke prallte.
Weitere Schauer und Gewitter möglich
Für den weiteren Mittwoch rechnet der DWD erneut mit Schauern und Gewittern. Zunächst wird in Schwaben Regen erwartet, später breiten sich von Westen nach Osten verbreitet kräftige Schauer und Gewitter mit stürmischen Böen aus. Vor allem in der ersten Tageshälfte besteht örtlich Unwettergefahr durch starken Regen.
Besonders im Süden Bayerns ist mit größeren Regenmengen zu rechnen. Erwartet werden verbreitet 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter, lokal auch bis zu 60 Liter. In Nordbayern kann sich zwischenzeitlich immerhin auch die Sonne zeigen.
Die Temperaturen erreichen in Südbayern 19 bis 23 Grad, in Nordbayern 20 bis 25 Grad. Am Untermain sind bis zu 28 Grad möglich. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen bleibt es damit deutlich kühler.
Wetterberuhigung zum Wochenende in Sicht
Ab Donnerstag dürfte sich die Lage wieder entspannen. Nach der Vorhersage zeigt sich dann häufiger die Sonne zwischen Quellwolken, nur vereinzelt sind noch Schauer möglich. Gleichzeitig steigen die Temperaturen wieder an.
Am Freitag soll es noch sonniger werden. Für Samstag erwarten die Meteorologen erneut hochsommerliches Wetter, im Norden des Freistaats sind dann sogar Höchstwerte um 30 Grad möglich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber