Die Minions gehören längst zu den verlässlichsten Erfolgsfiguren Hollywoods. Seit über 15 Jahren begeistern die kleinen gelben Wesen mit ihrer wirren Sprache nicht nur Kinder, sondern auch ein erwachsenes Publikum.
Nach vier Auftritten als auffällige Nebenfiguren in der „Ich – einfach unverbesserlich“-Reihe und zwei eigenen Kinofilmen steht nun bereits das nächste Abenteuer an: „Minions & Monster“ startet am 1. Juli in den deutschen Kinos. Seine Deutschlandpremiere wurde am Wochenende in München gefeiert.
Eine Minions-Version der Hollywood-Geschichte
Der Film eröffnet mit einer Studiotour durch Hollywood. Dort erfahren die Besucher, dass angeblich nicht Regiegrößen wie Steven Spielberg oder George Lucas die wichtigsten Wegbereiter der Traumfabrik gewesen seien, sondern ausgerechnet Henry und James, zwei gelbe Minions. Wie es dazu gekommen sein soll, erzählt die Handlung anschließend.
Wie schon im ersten „Minions“-Film dreht sich zunächst alles um die Suche nach einem möglichst fiesen Anführer, dem „Big Boss“. Das Grundmuster ist bekannt: Die Minions beseitigen ihre Chefs immer wieder eher aus übertriebenem Eifer als mit Absicht. Trotzdem funktioniert dieser Humor noch immer recht gut.
Vom wilden Westen ins frühe Kino
Bei der Jagd auf einen vermeintlich gefährlichen Cowboy landen die Minions schließlich im frühen Hollywood. Dort bringen sie versehentlich eine entscheidende Westernszene durcheinander und werden daraufhin überraschend zu gefeierten Stars des Stummfilms – allerdings nur für kurze Zeit.

Das Ende des Stummfilm-Ruhms
Mit dem Aufkommen des Tonfilms ist ihre Karriere abrupt vorbei. Denn so charmant die Minions auch sind: Verständlich sprechen können sie nun einmal nicht. Henry und James wollen sich damit aber nicht abfinden und beschließen, ihren eigenen Film auf die Beine zu stellen. Hilfe bekommen sie vom Regisseur Max, der sowohl in der deutschen als auch in der englischen Fassung von Christoph Waltz gesprochen wird.
Der Plan: Ein furchteinflößendes Monster soll die Hauptrolle übernehmen. Für Kulissen und Requisiten fehlt zwar das Geld, doch Kameramann Ed besitzt noch ein magisches Monsterbuch, das einst einem bösen früheren „Big Boss“ gehörte.
Bill und Tom Kaulitz als Stimmen im Film
So taucht Goomi auf, ein kleines grünes Monster, das deutlich gefährlicher ist, als es zunächst wirkt. Parallel begegnen die Minions dem außerirdischen Roboter Dort, was sich später als äußerst nützlich erweist.
Besonders im Fokus stehen dabei die deutschen Synchronstimmen: Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel übernehmen die Rollen von Goomi und Dort. Bill spricht Goomi, Tom leiht Dort seine Stimme.
Bill Kaulitz schwärmt von Goomi
Im Gespräch vor der Münchner Premiere erzählte Tom Kaulitz, dass beide Brüder zunächst beide Rollen eingesprochen hätten und anschließend Wünsche äußern konnten. Bill habe sich sofort für Goomi begeistert. Mit einem kleinen Seitenhieb auf seinen Bruder meinte er außerdem, der etwas steife und überhebliche Dort passe sehr gut zu Tom.
Für Tom war die Arbeit als Synchronsprecher Neuland. Bill hatte darin bereits Erfahrung und konnte ihm Tipps geben. Tom schilderte, dass er sich zunächst gefragt habe, wie man Text und Timing gleichzeitig sicher hinbekomme. Am Ende sei Bill dabei mutig vorangegangen – ähnlich wie früher bei den ersten Tokio-Hotel-Demos.
Erfolgsreihe mit ersten Ermüdungserscheinungen
Das Kino-Universum von „Ich – einfach unverbesserlich“ begann 2010, damals noch mit Gru als Superschurke im Mittelpunkt. Inzwischen hat sich das Animations-Franchise laut seinen Machern zu einem Milliarden-Erfolg entwickelt und gilt als das erfolgreichste seiner Art in der Kinogeschichte.
Dass ein so lukratives Konzept weitergeführt wird, überrascht kaum. Dennoch zeigt sich inzwischen: Nach den einst originellen und äußerst witzigen ersten Auftritten der Minions wirkt die Reihe nicht mehr ganz so frisch wie früher.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber