Wirtschaft

Tankrabatt weg: Warum Sprit jetzt so teuer ist

Tankrabatt weg, Preise schießen hoch – aber wer jetzt clever tankt, kann an manchen Zapfsäulen noch sparen.

01.07.2026, 06:55 Uhr

Mit dem Auslaufen des Tankrabatts sind die Spritpreise am Mittwoch kräftig gestiegen. Nach Angaben des ADAC kostete Super E10 um 8.00 Uhr im bundesweiten Schnitt 13,4 Cent mehr als zur gleichen Zeit am Dienstag. Bei Diesel fiel der Aufschlag mit 15,6 Cent sogar noch höher aus. Zusammen mit den bereits am Dienstag eingesetzten Anstiegen ist der Steuervorteil damit weitgehend verschwunden.

Grundlage dafür ist das Ende des Steuerrabatts in Höhe von 16,7 Cent je Liter auf Kraftstofflieferungen an Tankstellen, der um Mitternacht ausgelaufen war. Wegen der sogenannten 12-Uhr-Regel durften Tankstellen ihre Preise in der Nacht zwar nicht anheben. Offenbar hatten jedoch viele Betreiber nach dem kräftigen Preissprung am Dienstagmittag ihre Preise nur noch wenig gesenkt. Erhöhungen sind nur einmal täglich um 12.00 Uhr erlaubt, Senkungen dagegen jederzeit.

Normalerweise gehen die Preise nach dem üblichen Mittagssprung im weiteren Tagesverlauf wieder deutlich zurück und erreichen am Vormittag oft ihr Tagestief. Zuletzt lagen diese Schwankungen teils bei rund 20 Cent. Diesmal fiel der Rückgang aber deutlich schwächer aus. Dadurch stieg der Preisabstand zum Vortag immer weiter: Am frühen Dienstagnachmittag lag er laut ADAC noch bei 5 bis 7 Cent, am Abend bereits bei 12 bis 15 Cent und am Mittwochmorgen schließlich bei den nun gemessenen Werten.

Schon am Morgen fast 2 Euro für E10

Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Liter Super E10 am Mittwochmorgen 1,971 Euro, ein Liter Diesel 1,913 Euro. Sollten sich die Preise im weiteren Tagesverlauf ähnlich entwickeln wie in den vergangenen Monaten, dürfte zumindest E10 im Tagesverlauf wieder über 2 Euro je Liter steigen. Sicher ist das allerdings nicht.

In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart lagen die Preise vielerorts bereits am Morgen klar über dem bisherigen Niveau. E10 und Diesel kosteten dort meist mehr als 1,90 Euro je Liter, teils sogar über 2 Euro.

Vereinzelt gab es am Mittwochmorgen aber noch vergleichsweise günstige Angebote. An einzelnen Tankstellen lagen die Preise noch unter 1,80 Euro, vor allem bei Diesel. Mit der nächsten zulässigen Preiserhöhung zur Mittagszeit dürften die meisten dieser Ausnahmen jedoch verschwinden.

Der ADAC kritisierte die Entwicklung scharf. Die Rücknahme des Tankrabatts sei damit ungerechtfertigt vorweggenommen worden. Das sei fragwürdig, weil sich vielerorts noch günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen befinden dürfte. Deshalb hätten die Preise nach Ansicht des Automobilclubs nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen.

Der Tankrabatt galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Der Staat war in früheren Schätzungen von Steuermindereinnahmen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro ausgegangen.

Juni war günstigster Tankmonat seit Kriegsbeginn

Im Juni zeigte der Tankrabatt nach ADAC-Angaben noch deutlich Wirkung. Zusammen mit wieder sinkenden Ölpreisen sorgte das für den günstigsten Tankmonat seit Kriegsbeginn. Ein Liter Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 1,870 Euro. Das waren 11,3 Cent weniger als im Mai und 23,9 Cent weniger als im April, dem bislang teuersten Monat.

Ein Liter Diesel lag im Juni im Schnitt bei 1,818 Euro. Das waren 17,3 Cent weniger als im Mai und 44,5 Cent weniger als im besonders teuren April.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen