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Mette-Marit: Diese OP schenkt ihr neues Leben

Schicksals-OP im Palast: Kronprinzessin Mette-Marit hat eine neue Lunge – wie es der schwer Kranken jetzt geht.

17.06.2026, 09:35 Uhr

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat eine neue Lunge erhalten. Wie das Königshaus mitteilte, ist die Transplantation nach Angaben des Universitätskrankenhauses in Oslo bislang erfolgreich verlaufen.

„Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen“, wurde der Chirurg Arnt Fiane vom Krankenhaus zitiert.

Die 52-Jährige muss nun allerdings noch mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit sollen Medikamente eingestellt, mögliche Komplikationen behandelt und die Rehabilitation begonnen werden. Ein weiteres offizielles Update soll es erst bei ihrer Entlassung geben.

Auch Are Holm vom Osloer Universitätskrankenhaus zeigte sich erleichtert. Nach Angaben des Hofes sagte er, man freue sich sehr, dass bislang alles gut verlaufen sei. Ihr Ehemann, Kronprinz Haakon, will sein Programm in den kommenden Wochen weiter anpassen, um seiner Frau beistehen zu können.

Schwere Lungenfibrose verschlechterte ihren Zustand drastisch

Mette-Marit leidet seit Jahren an einer schweren Lungenfibrose. Die Krankheit gilt als unheilbar. Dabei vernarbt das Lungengewebe, was unter anderem Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten auslösen kann.

Nach ihrer Diagnose im Jahr 2018 konnte die Kronprinzessin zunächst noch vergleichsweise normal leben. Im vergangenen halben Jahr verschlechterte sich ihr Zustand jedoch deutlich. Am norwegischen Nationalfeiertag im Mai war sie bereits mit einem Sauerstoffgerät zu sehen, kurz darauf zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Jeder Auftritt wurde zuletzt zu einer großen Belastung.

Nach Angaben der Ärzte hätte Mette-Marit ohne die Transplantation nur noch etwa ein Jahr zu leben gehabt. Der Hof hatte ihren Zustand zuletzt sogar als lebensbedrohlich bezeichnet. Erst vor zwölf Tagen war bekannt geworden, dass sie auf die Warteliste für eine Spenderlunge gesetzt worden war.

Schnelle Transplantation überrascht selbst Experten

Dass bereits so kurz nach der Aufnahme auf die Warteliste ein passendes Organ gefunden wurde, gilt als ungewöhnlich. Der norwegischen Stiftung Organspende zufolge kommt eine so schnelle Vermittlung normalerweise nicht häufig vor. Gleichzeitig könne es, sobald ein Patient auf der Liste stehe, jederzeit sehr schnell gehen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB warteten in Norwegen vergangene Woche nur zehn Menschen auf eine neue Lunge. Das passende Organ für Mette-Marit wurde offenbar sehr schnell gefunden. Den genauen Zeitpunkt der Operation nennt das Königshaus jedoch nicht, um den Spender zu schützen.

Wer Mette-Marit die neue Lunge gespendet hat, wird sie womöglich nie erfahren. In Norwegen dürfen Spender und Empfänger die Identität des jeweils anderen nicht kennen. Zwar gilt dort grundsätzlich die Widerspruchslösung, Angehörige werden aber dennoch in die Entscheidung einbezogen und können einer Organentnahme widersprechen.

Risiken bleiben trotz erfolgreicher Operation hoch

Mit der Transplantation sind die Aussichten der Kronprinzessin besser geworden, doch die Risiken bleiben erheblich. Dem Krankenhaus zufolge überleben 85 bis 90 Prozent der Patienten das erste Jahr nach einer Lungentransplantation. Nach fünf Jahren leben demnach noch 70 bis 75 Prozent, nach zehn Jahren etwa die Hälfte.

Ärzte hatten bereits vor dem Eingriff darauf hingewiesen, dass das Leben nach der Operation ein anderes sein werde. Mette-Marit muss lebenslang Medikamente nehmen und sich dauerhaft gegen mögliche Abstoßungsreaktionen und Infektionen schützen. Experten gehen davon aus, dass sie ihre Aufgaben als künftige Königin wohl nur eingeschränkt wird wahrnehmen können.

Folgen für die ganze Kronprinzenfamilie

Die schwere Erkrankung hat das Privatleben der Familie in den vergangenen Wochen stark geprägt. Haakon sagte wiederholt Termine ab oder verkürzte Reisen, um an der Seite seiner Frau zu sein. Auch die ursprünglich geplante Feier zur silbernen Hochzeit des Kronprinzenpaares im August wird nicht wie vorgesehen stattfinden.

Aus Sorge um ihre Mutter war zudem Prinzessin Ingrid Alexandra vorübergehend aus Australien nach Norwegen zurückgekehrt. Die Tochter des Kronprinzenpaares studiert seit dem vergangenen Sommer in Sydney internationale Beziehungen und politische Ökonomie. Neben ihr haben Mette-Marit und Haakon noch Sohn Sverre Magnus.

Die Familie bedankte sich nach der Operation ausdrücklich für die große Anteilnahme aus der Bevölkerung. Diese Unterstützung bedeute in der schwierigen Situation viel, erklärte der Hof. Auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und das schwedische Königshaus übermittelten Genesungswünsche.

Zusätzliche Belastung durch Skandale

Neben ihrer Krankheit steht Mette-Marit auch wegen weiterer Belastungen im Fokus. Nach neuen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein war ihre frühere enge Freundschaft zu dem inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter erneut Thema geworden. In einem Fernsehinterview im Frühjahr sagte die Kronprinzessin, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst.

Die Affäre schadete ihrem Ansehen spürbar. In Norwegen halten inzwischen mehr Menschen die Kronprinzessin für die Rolle als künftige Königin für ungeeignet.

Auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby, sorgt weiter für Schlagzeilen. Er wurde vor wenigen Tagen nach norwegischem Recht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Zudem sah es das Gericht als erwiesen an, dass er zwei frühere Freundinnen in Beziehungen misshandelt hatte. In den vergangenen Monaten hatte er wiederholt versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen und dies unter anderem mit der Krankheit seiner Mutter begründet.

Vor Gericht sagte Høiby laut norwegischen Medien, er habe große Angst um seine Mutter. Bei einem Besuch im Gefängnis habe sie sich hinlegen müssen und fast nur geschlafen. Jeder Besuch könne der letzte sein, erklärte er demnach.

Mehr Organspende-Registrierungen nach Bekanntwerden ihrer Lage

Die Nachricht, dass Mette-Marit dringend eine neue Lunge benötigt, hatte in Norwegen zuletzt für einen deutlichen Anstieg bei den Registrierungen zur Organspende gesorgt. Wie es mit der Kronprinzessin nun weitergeht, dürfte die Öffentlichkeit aber zunächst nicht erfahren. Der Hof rechnet erst bei ihrer Entlassung mit einem nächsten offiziellen Gesundheitsupdate.

Nach der geglückten Transplantation kann die Kronprinzenfamilie nun zumindest vorsichtig hoffnungsvoller in die Zukunft blicken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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