Die bisherige Kronprinzessin Mette-Marit (53) ist Norwegens neue Königin. Das geht aus der offiziellen, im Internet veröffentlichten Liste des Königshauses hervor, die nach dem Tod von Harald V. angepasst wurde. Dort wird sie als Ehefrau des neuen Königs und Staatsoberhaupts Haakon (53) geführt.
Neue Kronprinzessin und damit an erster Stelle der Thronfolge ist das älteste gemeinsame Kind des Paares: Ingrid Alexandra (22).
Haakon und Mette-Marit hatten am 25. August ihre Silberhochzeit gefeiert. Hinter dem Paar liegen schwierige Jahre. Die neue Königin leidet an Lungenfibrose, einer unheilbaren Erkrankung, bei der das Lungengewebe vernarbt. Deshalb musste sie in der Öffentlichkeit zuletzt kürzertreten und war zeitweise auch mit einem Atemgerät zu sehen. Mitte Juni erhielt sie schließlich eine neue Lunge.
Haakon hatte zuletzt im Sender NRK betont, dass beide seit mehr als 25 Jahren zusammen seien und ihre Beziehung auf festen Zusammenhalt gründe – in guten wie in schweren Zeiten.
Dem Vernehmen nach werden Haakon und Mette-Marit in Kürze in die königlichen Gemächer im Osloer Schloss ziehen. Bislang lebt das Paar auf dem Anwesen Skaugum, rund 20 Kilometer südwestlich von Oslo.
Bei Königin Sonja „in die Lehre“
Formal trägt Mette-Marit wie ihr Mann den Zusatz „Ihre Majestät“. Damit hebt sie sich auch von Königin Sonja (89) ab, die nach dem Tod ihres Mannes weiterhin als Königin geführt wird und dem Königshaus angehört.
Zwischen Sonja und Mette-Marit besteht seit Jahren eine enge Verbindung. Mette-Marit erzählte einmal, sie sei bei Sonja regelrecht „in die Lehre“ gegangen. Gemeinsam mit Prinzessin Astrid (94), der älteren Schwester des verstorbenen Königs Harald, habe Sonja ihr unter anderem beigebracht, wie man einen Knicks macht und was man trägt.
Sonja und Mette-Marit verbindet außerdem, dass beide vor ihrer Hochzeit ein anderes, bürgerliches Leben führten. Während Olav V. einst gegen die Beziehung seines Sohnes Harald mit einer Bürgerlichen gewesen sein soll, hatte es Haakon bei seiner Ehe mit einer normalen Norwegerin wohl leichter.
Belastungen für das Königshaus
Für Kritik sorgte Mette-Marit auch wegen ihrer früheren Freundschaft mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der 2019 in Haft starb. Veröffentlichten E-Mails zufolge standen beide über Jahre in Kontakt – offenbar enger als lange angenommen. In einem Interview räumte sie ein, diese Verbindung zu bereuen. Der Fall belastete das Königshaus schwer.
Zusätzliche Schlagzeilen machte ihr Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby (29), den Haakon wie einen eigenen Sohn in die Familie aufnahm. Nach Berichten über Drogenkonsum, exzessive Feiern und Gewalt stand er Anfang des Jahres in einem aufsehenerregenden Prozess vor Gericht. Im Juni wurde er nach norwegischem Recht unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber