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Sorge um Harald V.: Sonja wieder an seinem Bett

Große Sorge um Norwegens König: Harald V. ringt weiter mit ernster Krankheit – Sonja weicht nicht von seiner Seite.

28.08.2026, 08:29 Uhr

Norwegen trauert um König Harald V.: Der norwegische Monarch ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie das Königshaus mitteilte, schlief er am Freitag um 6.35 Uhr im Reichskrankenhaus in Oslo friedlich ein. Mit seinem Tod ging die Krone an seinen Sohn über, der als Haakon VIII. den Thron bestiegen hat.

In Oslo herrschten tiefe Trauer und gespannte Erwartung zugleich. Auf dem Schlossplatz im Herzen der Hauptstadt legten Tausende Menschen Blumen nieder und hielten inne. Kinder hinterließen Briefe wie „Wir werden dich vermissen“. Die elfjährige Mina schrieb: „Du warst nett, cool, fürsorglich und der beste König der Welt.“ Viele Norweger zeigten sich erschüttert. Eine Passantin berichtete, sie habe die Nachricht am Morgen im Bus im Radio gehört und sofort zu weinen begonnen. Die Todesmeldung erreichte viele Menschen gegen halb neun. Auf der Internetseite des Königshauses war danach nur noch ein Bild Haralds vor schwarzem Hintergrund zu sehen, am Schloss wehte die Flagge auf halbmast.

Bereits am Donnerstag hatten etliche Menschen vor dem Schloss ausgeharrt, als um den schwer kranken König gebangt wurde. Am Freitagmorgen war zudem Königin Sonja bei einer erneuten Fahrt zum Reichskrankenhaus fotografiert worden, kurz darauf machte der Hof den Tod des Königs öffentlich. Auf dem Schlossplatz sprachen viele Menschen von einem Schock. „Er war ein großartiger König“, sagte eine Norwegerin. „Es ist eine harte Zeit für alle.“ Auch Schulklassen und weitere Gruppen von Schülerinnen und Schülern waren eigens nach Oslo gekommen, um Abschied zu nehmen.

Tausende begleiten den Sarg durch Oslo

Am Freitagabend wurde Haralds Sarg in der Dämmerung in einem Trauerzug vom Reichskrankenhaus zum Königsschloss im Zentrum Oslos gebracht. Trotz strömenden Regens säumten Tausende Menschen die Straßen, viele mit Regenschirmen und norwegischen Flaggen in der Hand.

Dem Wagen mit dem Sarg folgten der neue König Haakon VIII., die neue Königin Mette-Marit sowie ihre beiden gemeinsamen Kinder, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, in weiteren Fahrzeugen. Auch Haralds Frau Königin Sonja und seine Tochter Prinzessin Märtha Louise nahmen an dem historischen Trauerzug teil.

Der geschlossene Sarg wird zunächst kurz im Roten Salon des Schlosses aufgestellt und anschließend in die Schlosskapelle gebracht. Dort soll Haralds Leichnam bis zur Beisetzung auf einem verhüllten Katafalk aufgebahrt werden. Bürgerinnen und Bürger erhalten an festgelegten Zeiten die Möglichkeit, langsam an dem bewachten Sarg vorbeizugehen und dem langjährigen Monarchen die letzte Ehre zu erweisen. Bis zur Beisetzung gilt in Norwegen eine offizielle Trauerzeit. Für Sonntag kündigte der Palast Trauerfeierlichkeiten im ganzen Land an. Wann Harald beigesetzt wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Fließender Übergang zur neuen Ära

Noch am selben Tag fuhr der neue König am Schloss vor. Der 53-jährige Haakon wählte am Mittag den Leitspruch „Alt for Norge“ („Alles für Norwegen“) – denselben Wahlspruch wie sein Vater und sein Großvater. Seine Ehefrau Mette-Marit ist nun die neue Königin an seiner Seite, während Sonja ihren Königinnentitel weiter trägt. Die gemeinsame Tochter Ingrid Alexandra (22) ist als erste Thronfolgerin nun Kronprinzessin.

Gemeinsam mit Ingrid Alexandra empfing Haakon Mitglieder der norwegischen Regierung. Diese trugen sich anschließend in ein Kondolenzbuch ein und legten ebenfalls Blumen nieder. Der Übergang von Haralds Regentschaft zur neuen Königsära verlief damit sichtbar und ohne Bruch.

Anteilnahme in Norwegen und aus dem Ausland

Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erklärte, das ganze Land trauere und sei zugleich dankbar für Haralds langes Leben im Dienst des Landes. Mehr als drei Jahrzehnte habe der König dem norwegischen Volk ein unerschütterliches Vertrauen entgegengebracht und den Menschen geholfen, das Beste in sich selbst und in anderen zu sehen.

Auch aus dem Ausland kamen rasch Beileidsbekundungen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb an den neuen König, Deutschland verliere mit Harald „einen großen Freund“, Europa verliere „einen großen Versöhner“. Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte den Verstorbenen als „große Persönlichkeit, die für Besonnenheit und Einheit stand“. Schwedens König Carl XVI. Gustaf nannte Haralds Lebensgeschichte außergewöhnlich und bezeichnete ihn als guten Freund für Schweden und seine Familie. Anteilnahme kam damit nicht nur aus Norwegen, sondern auch aus anderen Monarchien und zahlreichen Staaten.

Seit Tagen im Krankenhaus

In ganz Norwegen war zuvor mit großer Spannung auf neue Informationen zum Gesundheitszustand des Königs gewartet worden. Harald hatte seit Jahren mit teils schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Seit Anfang vergangener Woche lag er im Krankenhaus. Nach Angaben des Hofes wurde er wegen hämolytischer Anämie, einer Form der Blutarmut, mit Kortison behandelt. Dadurch sammelte sich Flüssigkeit im Körper an. Später kam noch eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs hinzu.

Gesundheitlich war Harald schon lange angeschlagen. Seit 2024 war er dauerhaft auf einen Herzschrittmacher angewiesen, außerdem litt er immer wieder an Atemwegserkrankungen und Infektionen. Erst im Februar war er während eines Urlaubs auf Teneriffa zusammen mit Königin Sonja wegen einer Infektion in ein Krankenhaus gebracht worden. Auch das Gehen fiel ihm seit längerer Zeit schwer.

Trotzdem kam für Harald ein vorzeitiger Rückzug vom Thron nicht infrage. Seine royalen Pflichten nahm er nach Möglichkeit bis zuletzt wahr.

Beliebt bei den Norwegern

Seine Landsleute schätzten Harald V. vor allem für seine ruhige, zurückhaltende Art und dafür, dass er in entscheidenden Momenten klare Worte fand. Seine Reden waren oft von Mitgefühl und Takt geprägt. Nach den Terroranschlägen von Oslo und Utøya 2011 spendete er vielen Menschen Trost. Auch mit seinem Plädoyer für Vielfalt und Toleranz nach der Flüchtlingskrise gewann er viel Anerkennung. Dazu kam sein trockener Humor.

Privat galt Harald als begeisterter Segler und Wintersportler. Im Segeln nahm er zwischen 1964 und 1972 sogar an drei Olympischen Sommerspielen teil.

Den Thron bestieg er 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. Seine große Liebe Sonja heiratete er bereits 1968, obwohl die Beziehung zu einer Bürgerlichen lange auf Widerstand gestoßen war. Bei seinen eigenen Kindern zeigte sich Harald später offener: Auch Haakon heiratete mit Mette-Marit keine Adelige. Tochter Märtha Louise ist inzwischen in zweiter Ehe mit dem selbst ernannten Schamanen Durek Verrett verheiratet.

Unsichere Zukunft für die norwegische Monarchie

Mit Haralds Tod beginnt für die norwegische Monarchie eine neue und unsichere Phase. Während der König im Land großen Rückhalt genoss, wurde das Vertrauen in die Familie von Haakon und Mette-Marit zuletzt durch mehrere Affären belastet.

Mette-Marit geriet wegen ihrer engen Freundschaft zu dem später verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in die Kritik. Zusätzliche Unruhe brachte der Fall ihres ältesten Sohnes Marius Borg Høiby aus einer früheren Beziehung. Er wurde im Juni nach norwegischem Recht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Seitdem fragen sich viele Norweger, ob Mette-Marit der Rolle als neue Königin gewachsen ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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