Ein norwegisches Gericht hat den Antrag von Marius Borg Høiby (29) zurückgewiesen, den verbleibenden Teil seiner Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel in seiner Wohnung zu verbringen. Nach Angaben der Zeitung Verdens Gang schilderte Høiby vor Gericht, dass er in einem Osloer Gefängnis weitgehend isoliert sei und nur sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen habe. Mit dem Antrag wollte er die Zeit bis zur Urteilsverkündung Anfang Juni in der Nähe von Freunden und Familie verbringen.
Der Prozess wegen schwerer Vorwürfe gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit war bereits im März beendet worden. Seit dem Beginn der Verhandlung Anfang Februar befindet sich Høiby in Untersuchungshaft, nachdem er gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer früheren Partnerin verstoßen haben soll. Einen ersten Antrag auf Entlassung hatte das Gericht schon zuvor mit Hinweis auf die Schwere des Verfahrens und eine hohe Rückfallgefahr abgelehnt. Auch die nun beantragte Fußfessel wurde am Mittwoch mit Verweis auf eine weiterhin erhebliche Wiederholungsgefahr nicht genehmigt.
Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtet, verbüßen derzeit lediglich zwölf von fast 800 Untersuchungshäftlingen ihre Haft mit elektronischer Überwachung. Für Høiby sah das Gericht keinen Anlass, eine solche Ausnahme zu machen.
Dem Sohn der Kronprinzessin droht eine lange Freiheitsstrafe
Im mehrwöchigen Verfahren musste sich Høiby in insgesamt 40 Anklagepunkten verantworten. Allein 20 davon betreffen eine Ex-Freundin, zu der er keinen Kontakt haben darf. Zu den Vorwürfen zählen unter anderem vier Vergewaltigungen. Zudem soll er die mutmaßlichen Taten gefilmt haben.
Die Staatsanwaltschaft forderte zum Abschluss des Prozesses eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten. Die Verteidigung sprach sich dagegen für eine deutlich niedrigere Strafe von eineinhalb Jahren aus und verlangte in Bezug auf die Vergewaltigungsvorwürfe einen Freispruch.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion