Christiane Amanpour verlässt CNN nach mehr als vier Jahrzehnten
Die international bekannte TV-Journalistin Christiane Amanpour wird den US-Nachrichtensender CNN nach 43 Jahren verlassen. In einem Video erklärte die 68-Jährige, dass sie sich im Juni von dem Sender verabschieden werde. Zu ihren nächsten Schritten äußerte sie sich zunächst nicht genauer, sprach jedoch von spannenden Vorhaben.
Amanpour sagte, sie habe ihre Entscheidung nach monatelangem Nachdenken und einigen schlaflosen Nächten getroffen. CNN sei über 43 Jahre hinweg ihr beruflicher Partner gewesen – länger, als viele Ehen halten, so die Journalistin.
Von einem abrupten Abschied will sie jedoch nichts wissen. Geplant sei ein schrittweiser Übergang: Ihre langjährige tägliche Sendung soll im kommenden Jahr bis Mai noch einmal wöchentlich ausgestrahlt werden. Bis Juni will sie zudem weiter für CNN berichten. Beim öffentlich-rechtlichen Senderverbund PBS bleibt sie noch bis Dezember im Programm.
Berichte aus Kriegs- und Krisengebieten prägten ihre Karriere
Amanpour betonte, auch nach dem Ende ihrer Zeit bei CNN unabhängig arbeiten zu wollen. Gerade in einer Zeit, in der Journalistinnen und Journalisten politischem, wirtschaftlichem und äußerem Druck ausgesetzt seien, halte sie das für besonders wichtig.
Ihren Ruf erwarb sie sich mit Reportagen aus Konfliktregionen und Krisengebieten. In ihrer Videobotschaft nannte sie unter anderem den ersten Irakkrieg 1991, den Krieg in Bosnien sowie Einsätze in Ruanda, Afghanistan, dem Iran und der Ukraine. Sie habe sich stets mit Nachdruck für den unabhängigen Journalismus von CNN eingesetzt, sagte Amanpour.
2021 hatte die Journalistin öffentlich gemacht, dass sie an Eierstockkrebs erkrankt war. Ob gesundheitliche Gründe bei ihrer jetzigen Entscheidung eine Rolle spielten, ließ sie offen.
CNN-Chef zeigt Verständnis für den Schritt
CNN-Chef Mark Thompson informierte die Belegschaft laut Senderangaben am Montagmorgen über den bevorstehenden Abschied. Er habe bereits seit einigen Monaten mit Amanpour über diesen Schritt gesprochen. Zwar bedauere er ihren Weggang sehr, zugleich habe er akzeptiert, dass es für sie persönlich und beruflich der richtige Zeitpunkt sei.
CNN gehört derzeit zu mehreren US-Medien, die juristisch gegen einen Ausschluss aus dem Weißen Haus vorgehen. US-Präsident Donald Trump hatte Reporterinnen und Reportern des Senders sowie von MS NOW und der Website „Politico“ den Zugang verwehren lassen. Ein Richter verlängerte zuletzt jedoch den gerichtlichen Schutz für die betroffenen Medien. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber