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Umfrage: Wende bei der Zeitumstellung?

Kaum zu glauben: Der Frust über die Zeitumstellung schwindet – ausgerechnet junge Erwachsene sehen sie plötzlich lockerer.

20.10.2026, 05:00 Uhr

Umfrage: Widerstand gegen Zeitumstellung geht zurück

Der Ärger über die zweimal jährliche Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und zurück nimmt in Deutschland offenbar etwas ab. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit sprechen sich derzeit 71 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung aus. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr und zugleich der niedrigste Wert seit 2016, wie die Krankenkasse in Hamburg mitteilte. Den höchsten Ablehnungswert gab es demnach 2018 mit 80 Prozent.

Besonders deutlich ist der Rückgang bei den 18- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe sank die Ablehnung von 66 auf 50 Prozent. Zugleich ist hier die Zustimmung zum Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit am größten: 39 Prozent befürworten ihn.

Frauen berichten häufiger von Beschwerden

Laut Umfrage haben 29 Prozent der Befragten nach einer Zeitumstellung bereits gesundheitliche oder psychische Probleme erlebt. Frauen sind davon mit 36 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.

Vor allem Menschen im Alter von 30 bis 59 Jahren berichten über Schwierigkeiten: In dieser Gruppe gab etwa ein Drittel an, nach der Umstellung schon einmal Probleme gehabt zu haben. Bei jüngeren Erwachsenen sowie bei Menschen ab 60 Jahren liegt der Anteil bei unter 30 Prozent.

Müdigkeit und Schlafprobleme am häufigsten

Wer unter der Zeitumstellung leidet, nennt am häufigsten Müdigkeit oder Erschöpfung als Folge. Das trifft laut DAK auf 80 Prozent der Betroffenen zu. 63 Prozent klagen über Einschlafprobleme oder Schlafstörungen. Danach folgen Konzentrationsschwierigkeiten mit 41 Prozent und Reizbarkeit mit 37 Prozent. Zudem bringt etwa jeder Fünfte depressive Verstimmungen mit der Zeitumstellung in Verbindung.

Debatte um Abschaffung dauert an

Die Zeitumstellung wurde in Deutschland 1980 eingeführt. Ziel war es, das Tageslicht besser zu nutzen. Studien zeigen zwar, dass Tageslicht sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann, dennoch steht das Modell seit Jahren in der Kritik.

Bereits 2018 hatte sich in einer Online-Befragung der Europäischen Kommission eine deutliche Mehrheit für die Abschaffung ausgesprochen: 80 Prozent der Teilnehmer waren dafür. Von insgesamt 4,6 Millionen Rückmeldungen stammten damals rund 3 Millionen aus Deutschland. Eine gemeinsame europäische Lösung ist jedoch weiter nicht absehbar, weil sich die EU-Staaten bislang nicht auf eine einheitliche Linie verständigen konnten.

Zur Umfrage

Für die Erhebung befragte Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit vom 28. bis 30. September 2026 bundesweit 1.009 Personen. Die Angaben zu einzelnen Beschwerden beziehen sich auf Menschen, die nach eigener Aussage bereits Probleme mit der Zeitumstellung hatten. Verglichen wurden jeweils die im Herbst erhobenen Werte.

Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben mit rund 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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