Ted Turner, der Gründer des US-Nachrichtensenders CNN, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte CNN mit. Laut einem Bericht der „New York Times“ unter Berufung auf einen Sprecher der Familie starb Turner in seinem Haus nahe Tallahassee im Bundesstaat Florida. Bereits vor einigen Jahren hatte er öffentlich gemacht, dass er an Demenz leidet.
Medienpionier prägte das Nachrichtengeschäft
Turner schrieb Fernsehgeschichte, als er 1980 in Atlanta im Bundesstaat Georgia das Cable News Network (CNN) gründete. Der Sender war der erste große Fernsehsender, der rund um die Uhr Nachrichten ausstrahlte, und prägte damit einen neuen Stil der TV-Berichterstattung.
CNN-Chef Mark Thompson würdigte Turner als prägende Figur des Senders. Turner sei der Gigant, auf dessen Schultern heute alle stünden, sagte Thompson. Sein Einfluss auf Medien, Gesellschaft und das Leben vieler Menschen werde unvergessen bleiben.
Turner selbst verband den Start von CNN einst mit der Hoffnung, Menschen in den USA und weltweit durch Information näher zusammenzubringen. Zum Auftakt sagte er, man könne die Menschen dieses Landes und der Welt hoffentlich in Brüderlichkeit, Güte, Freundschaft und Frieden vereinen. Aus einem anfangs teils belächelten Nischenprojekt wurde unter seiner Führung ein weltweit bedeutender Nachrichtensender.
Millionen Menschen verfolgten bei CNN live, wie sich die Welt veränderte. Mit seiner direkten Berichterstattung prägte der Sender nicht nur die Nachrichtenlandschaft, sondern auch das globale Medienverständnis.
Guterres würdigt Turners Einsatz für die Vereinten Nationen
Auch international wurde Turner nach seinem Tod gewürdigt. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete ihn als Visionär, dessen Überzeugungskraft, Großzügigkeit und mutiger Geist einen bleibenden Einfluss auf die Vereinten Nationen und die Welt hinterlassen hätten.
Bereits vor einigen Jahren hatte Turner erklärt, dass er an Demenz leide. Damals sagte der Medienunternehmer auch, dass er Nachrichten nicht mehr aktiv verfolge, gelegentlich aber noch CNN schaue.
Trump würdigt Turner und attackiert den heutigen Sender
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Turner auf seiner Plattform Truth Social als „einen der Größten aller Zeiten“. Turner sei ein Freund gewesen, der immer für ihn da gewesen sei, wenn er ihn gebraucht habe, schrieb Trump.
Zugleich nutzte Trump den Tod Turners für Kritik am heutigen CNN. Der Sender sei nach Turner „zerstört“ worden und inzwischen „woke“ geworden, schrieb er. Die künftigen Eigentümer könnten CNN aus seiner Sicht wieder zu früherer Glaubwürdigkeit und Ehre zurückführen.
Debatte um die Zukunft von CNN
CNN wurde bis 2022 von Turner Broadcasting System betrieben. Turner selbst hatte sich bereits 2003 weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Im Jahr 2022 übernahm Warner Bros. Discovery den Sender.
Derzeit ist eine Übernahme von Warner Bros. durch den Hollywood-Konzern Paramount im Gespräch, die aber noch nicht von den Regulierungsbehörden freigegeben wurde. Hinter dem Paramount-Deal steht die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison. Kritiker von Trump in den USA befürchten, dass CNN unter einem neuen Eigentümer an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren könnte.
Unternehmer, Segler und später Wohltäter
Geboren wurde Turner als Robert Edward Turner III. am 19. November 1938 im US-Bundesstaat Ohio. Später zog seine Familie nach Georgia. Schon mit 24 Jahren übernahm er das fast bankrotte Plakat-Werbeunternehmen seines Vaters und sanierte es erfolgreich.
Auch außerhalb des Nachrichtengeschäfts machte sich Turner einen Namen. 1977 gewann er als Weltklasse-Segler den America’s Cup. Zudem war er im Film- und Wrestlinggeschäft aktiv und besaß über viele Jahre das Baseball-Team Atlanta Braves.
Der Medienmogul war dreimal verheiratet, zuletzt von 1991 bis 2001 mit Schauspielerin Jane Fonda, und hatte fünf Kinder.
Engagement für Umwelt und Frieden
Nach seinem Rückzug bei CNN profilierte sich Turner zunehmend als Wohltäter. Als Umweltschützer und großzügiger Unterstützer der Vereinten Nationen sowie internationaler Friedensprojekte erwarb er sich weltweit Anerkennung. Für seine Verdienste erhielt er auch einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Turner galt als außergewöhnlich ehrgeizig. In einem Interview sagte er einmal, er wolle den Rekord für die meisten Errungenschaften eines Menschen in einem einzigen Leben erreichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion