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WM-Aus schon wieder: DEB-Team scheitert erneut

WM-Aus schon nach der Vorrunde: Deutschlands Eishockey-Team blamiert sich erneut – und vor der Heim-WM wachsen die Zweifel.

26.05.2026, 14:42 Uhr

Ernüchterung nach WM-Aus: DEB-Team verpasst erneut das Viertelfinale

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz erneut das Viertelfinale verpasst. Wie schon im Vorjahr ist für die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis bereits nach der Gruppenphase Schluss. Ausschlaggebend war Lettlands klarer 8:1-Erfolg gegen Ungarn, durch den die letzte Hoffnung des DEB-Teams auf die K.o.-Runde erlosch.

Um unter die besten vier Mannschaften der Gruppe zu kommen, hätte Deutschland mindestens Rang vier erreichen müssen. Weil im direkten Duell zwischen den USA und Österreich in jedem Fall weitere Punkte vergeben wurden, konnte die DEB-Auswahl nur noch Platz fünf belegen. Aus sieben Spielen gelangen lediglich Siege gegen die Außenseiter Ungarn, Österreich und Großbritannien.

Kapitän Moritz Seider fand nach dem erneuten Scheitern deutliche Worte. Jeder im Team müsse sich nun hinterfragen, forderte der NHL-Star. Die Mannschaft habe sich viel vorgenommen, dem eigenen Anspruch aber nicht genügt. Besonders bitter sei, dass trotz eines aus seiner Sicht guten Mannschaftskerns zu viele Fehler und Geschenke an den Gegner gemacht worden seien.

Das frühe Aus sorgt ein Jahr vor der Heim-WM 2027 in Deutschland für große Ernüchterung. Statt Aufbruchstimmung herrschen Enttäuschung, Kritik an der Außendarstellung und Zweifel daran, ob die Mannschaft aktuell auf dem richtigen Weg ist.

Zukunft von Harold Kreis offen

Ob das schlechte Abschneiden Folgen für Bundestrainer Harold Kreis haben wird, ist offen. DEB-Sportvorstand Christian Künast vermied ein klares Bekenntnis und kündigte zunächst eine Analyse nach dem Turnier in Zürich und Fribourg an. Erst danach solle über personelle Konsequenzen gesprochen werden. Ein uneingeschränktes "Weiter so" ist damit kaum zu erwarten.

Kreis hatte bei seinem Start 2023 mit dem Vize-Weltmeistertitel noch für Begeisterung gesorgt. Danach folgten jedoch mehrere Rückschläge: erst das Aus im Viertelfinale, dann das Vorrunden-Aus bei der WM 2025 und zudem ein enttäuschendes olympisches Viertelfinale mit einem 2:6 gegen die Slowakei. Auch in Mailand wirkte die Mannschaft laut Beobachtern nicht als geschlossene Einheit.

Müller widerspricht Künast deutlich

Künast sieht trotz der erneuten Enttäuschung keinen grundsätzlichen Negativtrend und verweist auf Deutschlands Stellung in der Weltrangliste im Bereich zwischen Platz sieben und zwölf. Dem widerspricht der langjährige Kapitän Moritz Müller entschieden. Aus seiner Sicht sollte sich Deutschland nicht mit dieser Einordnung zufriedengeben, sondern den Anspruch haben, regelmäßig um den Einzug ins Halbfinale mitzuspielen.

Müller kritisierte zudem, dass es im deutschen Eishockey oft bei Absichtserklärungen bleibe. Entscheidend sei, was tatsächlich getan werde, damit die Nationalmannschaft dauerhaft auf höherem Niveau konkurrieren könne. Nach seiner Einschätzung reichen die aktuellen Strukturen beim DEB dafür noch nicht aus.

Schweiz als Beispiel, DEB unter Druck

Mit einem gewissen Neid blickt Müller auf Gastgeber Schweiz. Vor wenigen Jahren habe man sich noch eher auf Augenhöhe bewegt, inzwischen gelte die Schweiz als ernsthafter WM-Favorit. Deutschland könne dieses Modell aus seiner Sicht nicht nur bewundern, sondern sollte es stärker als Vorbild nehmen.

Auch Künast gerät nach dem nächsten Misserfolg unter Druck. Schon zuvor hatte es Kritik an Rahmenbedingungen und am Auftreten des Verbands gegeben. Hinzu kamen im Vorfeld der WM mehrere Absagen, darunter von NHL-Stars wie Leon Draisaitl sowie von DEL-Profis.

Langfristig will der DEB nach Angaben von Künast die Strukturen in der Nachwuchsförderung weiterentwickeln. Müller fordert darüber hinaus, dass sich alle wichtigen Akteure im deutschen Eishockey an einen Tisch setzen, um die Grundlagen für eine erfolgreichere Zukunft zu schaffen.

Die Heim-WM 2027 mit Spielen in Mannheim und Düsseldorf sowie einem Eröffnungsspiel auf Schalke soll nun zum Wendepunkt werden. Seider sprach von einer großen Chance, vor eigenem Publikum wieder in die richtige Spur zu finden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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