Curda trifft zum Aufstieg – Hochzeit steht schon als Nächstes an
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff konnte Laurin Curda noch nicht sagen, ob er mit dem Team auf große Aufstiegsreise gehen wird und wie seine nächsten Tage genau aussehen. Der Grund dafür ist erfreulich: Der 24-Jährige heiratet am Freitag.
Nach seinem entscheidenden 2:1 in der Verlängerung des Relegations-Rückspiels gegen den VfL Wolfsburg, mit dem er den SC Paderborn in die Bundesliga schoss, sagte Curda grinsend, erst komme der Aufstieg, dann die Hochzeit. Sein Terminplan sei in dieser Woche entsprechend eng.
Inmitten der ausgelassenen Stimmung im Stadion wurde der Abwehrspieler auch emotional. Er erinnerte daran, wie schwierig die Zeit nach seiner Ankunft beim SCP gewesen sei. Nun komme vieles wieder hoch, erklärte Curda.
Kettemann kündigt wilde Feier an
Trainer Ralf Kettemann wirkte kurz nach dem Erfolg noch immer überwältigt. Er freue sich auf den Moment, wenn er seine Gefühle wirklich zulassen könne, sagte der 39-Jährige. Dann werde es verrückt.
Bei möglichen Vertragsgesprächen mit Spielern am Tag nach dem Aufstieg sieht sich der Coach nach eigener Aussage allerdings nicht. Auf keinen Fall, meinte Kettemann lachend – er werde dann "rübenrabenvoll" sein.
Noch im vergangenen Sommer hatte Kettemann die Jugend des Karlsruher SC betreut. Bei seiner Vorstellung als Nachfolger von Lukas Kwasniok war er nur wenigen bekannt, nun führte er Paderborn nach 2014 und 2019 zum dritten Mal in die Bundesliga. Damit setzt sich beim SCP eine besondere Reihe fort: Schon André Breitenreiter und Steffen Baumgart schafften bei ihrer ersten großen Trainerstation mit dem Club den Sprung ins Oberhaus. Präsident Thomas Sagel sprach deshalb stolz davon, dass die Menschenkenntnis des Vereins weiter intakt sei.
Große Party auf dem Rasen – und bald auch am Rathaus
Gefiert wurde direkt nach dem Abpfiff auf dem Platz. Die Fans durften geordnet aufs Spielfeld, begleitet und gelenkt vom Stadionsprecher. Vor einer schnell aufgebauten Bühne an der Haupttribüne ließen sich die Aufstiegshelden feiern, tanzten zu lauter Musik und verteilten Bierduschen.
Sportchef Sebastian Lange dachte trotz Partytrubel bereits an die nächsten Schritte. Die Mannschaft werde zusammenbleiben, sagte der 38-Jährige in den Katakomben. Verstärkungen seien nur punktuell geplant. Durch den Aufstieg öffne sich für Paderborn nun auch ein anderer Markt.
Zunächst soll aber weiter gefeiert werden. Lange kündigte an, dass heute und morgen ordentlich gefeiert werde, wie es sich gehöre. Rund um die große Party am und im Rathaus am Dienstag stehen dennoch bereits Gespräche mit Spielern auf dem Programm.
Blick nach vorn: Paderborn will konkurrenzfähig bleiben
Trotz aller Euphorie wissen die Verantwortlichen, dass die Bundesliga für den SCP eine enorme Herausforderung wird. Viele Experten dürften Paderborn und die SV Elversberg zunächst als heiße Abstiegskandidaten sehen.
Sagel ist dennoch überzeugt, dass die Voraussetzungen diesmal besser sind als bei den früheren Aufstiegen. Anders als 2018/19 müsse der Verein nun keine Verbindlichkeiten tilgen. Dadurch könne der Kader aufgewertet werden – allerdings auf typische Paderborner Art. Wilde Aktionen werde es nicht geben, betonte der Präsident.
Auch Kettemann ist überzeugt, dass seine Mannschaft bestehen kann. Der Kader dürfte nur wenige Abgänge verkraften müssen, zugleich bieten sich dem Club nun neue Möglichkeiten. Klar ist für den Trainer: Paderborn muss besser werden – und wird es auch.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion