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Lys‘ Freundschafts-Gen: So wird Karriere schöner

Eva Lys ist mit ihren Rivalinnen eng befreundet – doch bei den French Open droht jetzt die härteste Probe ihrer Tour-Freundschaften.

26.05.2026, 04:49 Uhr

Im roten Hosenanzug lächelt Eva Lys auf einem Video in der milden Pariser Nacht neben drei elegant gekleideten Begleiterinnen in die Kamera. Das Besondere daran: Es sind nicht nur Freundinnen, sondern zugleich Konkurrentinnen auf der Tennistour.

Für die deutsche Profispielerin schließt sich das nicht aus. Bei den French Open in Paris machte die 24-Jährige deutlich, dass das alte Klischee von unmöglichen Freundschaften im Spitzensport für sie nie wirklich gepasst habe. Früher habe man so etwas oft behauptet, sagte Lys – bei ihr sei es aber „von Tag eins an anders“ gewesen.

Freundinnen auf der Tour – und zugleich Rivalinnen

Privat steht Lys mehreren Spielerinnen besonders nahe. Dazu zählen unter anderem die Philippinerin Alexandra Eala, die Ukrainerin Marta Kostjuk, die Türkin Zeynep Sönmez sowie die US-Amerikanerinnen Coco Gauff und Iva Jovic. Kurz vor dem Start in Roland Garros feierte sie mit Sönmez und Jovic auch den 21. Geburtstag von Eala.

Lys teilt auf Social Media regelmäßig Eindrücke solcher Treffen. Zuletzt zeigte sie Bilder und Videos von Ealas Geburtstag, bei dem das Geburtstagskind sogar mit einem Kuchen überrascht wurde. Eala zeigte sich gerührt und nannte jede von ihnen eine enge Freundin. Ohne diese Beziehungen, so ihr Eindruck, wäre das Leben auf der Tour deutlich schwerer.

Boris Becker sieht einen Generationswechsel

Dass Freundschaft und sportliche Konkurrenz heute anders gelebt werden als früher, zeigt sich laut Beobachtern auch über den Frauentennis hinaus. So bezeichnen sich etwa Jannik Sinner und der derzeit verletzte Carlos Alcaraz trotz ihres sportlichen Wettstreits als Freunde.

Für frühere Generationen war das offenbar weit weniger selbstverständlich. Boris Becker sagte, zu seiner Zeit habe es so etwas praktisch nicht gegeben. Auch Duelle wie jene zwischen John McEnroe und Björn Borg oder zwischen Becker und Stefan Edberg seien nicht von Freundschaft geprägt gewesen. Lys sieht darin einen klaren Wandel: Ihre Generation könne solche Beziehungen leben.

Freundschaft endet nicht an der Grundlinie

Nach ihrem Zweisatzsieg zum Auftakt in Paris gegen die Kroatin Petra Marcinko betonte Lys, dass diese Verbindungen nicht oberflächlich seien. Die Spielerinnen teilten denselben Alltag, machten sehr ähnliche Erfahrungen und wüssten genau, wie sich die Belastungen und Gefühle auf dem Platz anfühlten.

Kommt es allerdings zum direkten Duell, wird die persönliche Nähe ausgeblendet. Als Beispiel verwies Lys auf die Partie zwischen Jovic und Eala. Auf dem Court werde nichts verschenkt. Sie hätte auch kein Problem damit, wenn dort kompromisslos um jeden Punkt gekämpft werde.

Sogar private Einblicke dürften im Wettbewerb theoretisch eine Rolle spielen, meinte die Hamburgerin. Wenn man gemeinsam essen gehe, etwas Persönliches erzähle und die andere das am nächsten Tag nutze, um zu gewinnen, dann habe sie es eben verdient. Entscheidend sei allein, dass der gegenseitige Respekt gewahrt bleibe. Dann leide auch die Freundschaft nicht unter der Rivalität.

Lys sagt, sie könne beides gut voneinander trennen – und umgebe sich deshalb bewusst mit Spielerinnen, die das ebenfalls könnten. Solange es möglich sei, wolle sie diese Freundschaften pflegen, weil sie die Karriere letztlich schöner machten.

Social Media als Spaß, Einblick und Ablenkung

Dass Lys ihre Freundschaften und Teile ihres Alltags offen auf Social Media zeigt, passt für sie ebenfalls zu ihrer Generation. Es mache ihr einfach Spaß, erklärte die in Kiew geborene Tennisspielerin. Dabei geht es nicht nur um lockere Einblicke: Sie spricht dort auch ernstere Themen wie Sexismus und Hate Speech an.

Lys sagte, sie wolle ihre eigene Sicht auf das Leben zeigen. Zugleich sei Social Media für sie auch eine willkommene Ablenkung – unabhängig davon, ob es sportlich gerade gut oder schlecht laufe.

Knieverletzung warf Lys zuletzt zurück

Zuletzt lief es für die Deutsche eher schwierig. Wegen einer Knieverletzung musste sie mehrere Wochen pausieren und fiel in der Weltrangliste auf Platz 81 zurück. Der erfolgreiche Auftakt in Paris gibt ihr nun neues Selbstvertrauen.

In der nächsten Runde wartet mit der an Position 18 gesetzten Rumänin Sorana Cirstea allerdings eine deutlich schwerere Aufgabe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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