Der Vorsitzende der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, hat der Ukraine im Fall weiterer Angriffe auf Zivilisten in Russland mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen gedroht. Einer Mitteilung des Parlaments zufolge sagte er, eine solche Entwicklung könne dazu führen, dass Russland zu einer Waffe greife, nach deren Einsatz „niemand mehr übrig bleibt“. Zugleich warnte er davor, die Lage so weit eskalieren zu lassen.
Auslöser der neuen Drohung ist ein Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Nach Angaben der dortigen Besatzungsbehörden wurden bei der Attacke in der vergangenen Woche 21 Zivilisten getötet. Der ukrainische Generalstab erklärte hingegen, Ziel des Angriffs sei eine Drohneneinheit der russischen Armee gewesen.
Schwere russische Angriffe als Vergeltung
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte nach dem Vorfall Vergeltung angeordnet. Am Sonntag griff das russische Militär die Ukraine dann in großem Umfang an und setzte dabei unter anderem auch die neue Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik ein, die wegen ihrer enormen Zerstörungskraft gefürchtet wird. Besonders schwer getroffen wurde dabei die Hauptstadt Kiew.
Nach Angaben des russischen Außenministeriums könnten weitere Angriffe auf Kiew folgen. Moskau begründet dies ebenfalls mit dem Tod von Zivilisten in Starobilsk. Außenminister Sergej Lawrow informierte darüber auch US-Außenminister Marco Rubio.
In dem vor mehr als vier Jahren von Putin begonnenen Krieg gegen die Ukraine greift Russland seit langem systematisch Ziele weit hinter der Front an. Immer wieder werden dabei Infrastruktur und Wohnhäuser zerstört, zudem sterben zahlreiche Zivilisten. Zugleich fordern auch ukrainische Gegenangriffe zunehmend Opfer unter der Zivilbevölkerung in Russland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion