Olympia-Bewerbung: Bayern will Verfahren per Gesetz beschleunigen
Die Verantwortlichen hinter der Münchner Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele wollen das Vorhaben mit einem eigenen Olympia-Gesetz schneller voranbringen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte, ein solches Gesetz solle möglichst rasch vorbereitet werden. Im Freistaat wolle man bei Bau- und Planungsverfahren alles beschleunigen, was für die Spiele notwendig sei. Damit solle München im besten Fall bereits für eine Austragung im Jahr 2036 bereit sein.
Zugleich fordert Bayern auch vom Bund Unterstützung in Form ähnlicher gesetzlicher Regelungen. Nach Söders Worten brauche es auch auf Bundesebene kürzere und effizientere Rechtswege, damit das Olympia-Projekt nicht durch langwierige Verfahren ausgebremst werde.
München hatte sich im innerdeutschen Auswahlprozess als Kandidat für Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 durchgesetzt. Für 2036 sieht das Internationale Olympische Komitee unter anderem Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, die Türkei und Südafrika als mögliche Mitbewerber. Söder räumte ein, dass 2036 deutlich ambitionierter sei als 2040. Gleichzeitig könne ein früher Termin auch Chancen bieten, weil andere Interessenten womöglich noch nicht so weit seien.
Bewerbungskosten liegen bei 18 bis 20 Millionen Euro
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause drängt deshalb ebenfalls auf ein zügiges Vorgehen, insbesondere beim Ausbau und der Vorbereitung der notwendigen Infrastruktur. Der Grünen-Politiker betonte erneut, dass in der Stadt bereits eine wachsende Begeisterung für das Olympia-Projekt zu spüren sei. Dieses Interesse gelte es nun weiter zu stärken.

Nach Angaben von Krause richtet die Stadt nun eine eigene Stabsstelle für die Olympia-Bewerbung ein. Außerdem sind ein Olympia-Kabinett sowie eine Olympia-Kommission geplant, um die Abstimmung zwischen Behörden und politisch Verantwortlichen zu organisieren. Im März 2027 soll dann eine Bewerbungsgesellschaft gegründet werden.
Die Kosten für die Münchner Bewerbung bezifferte Krause insgesamt auf 18 bis 20 Millionen Euro. Damit bliebe der Aufwand nach seinen Angaben unter den Ausgaben des früheren, erfolglosen Anlaufs auf Winterspiele.
Krause versicherte zudem, dass die Olympia-Bewerbung nicht zulasten sozialer oder kultureller Angebote in München gehen werde. Söder hob erneut die möglichen Vorteile einer erfolgreichen Kandidatur hervor. Sollte das Vorhaben gelingen, könne dies für München und ganz Bayern einen erheblichen Entwicklungsschub bedeuten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber