Olympia

Kombinierer-Coach warnt: Stirbt seine Sportart bald?

Olympia-Aus mit Folgen? Eric Frenzel warnt: Für die Nordische Kombination könnte jetzt das endgültige Aus drohen.

09.10.2026, 12:34 Uhr

Frenzel warnt nach Olympia-Aus vor dem Ende der Nordischen Kombination

Nach der Streichung der Nordischen Kombination aus dem olympischen Programm blickt Bundestrainer Eric Frenzel mit großer Sorge auf die Zukunft seiner Disziplin. Im Gespräch mit der „Zeit“ sagte der 37-Jährige, er sehe die Lage äußerst pessimistisch. Erste Unterhaltungen mit möglichen Geldgebern seien bereits enttäuschend verlaufen. Aus seiner Sicht ist die Gefahr für den Fortbestand der Sportart akut – und es bleibe kaum Zeit zum Handeln.

Frenzel geht davon aus, dass die Nordische Kombination ohne Olympia-Perspektive nur noch sehr begrenzt überleben kann. Seiner Einschätzung nach sei höchstens noch ein Zeitraum von ein bis zwei Jahren realistisch, danach drohe das Aus. Ohne staatliche Unterstützung lasse sich der Sport wirtschaftlich nicht tragen. Als betroffene Bereiche nannte der ehemalige Spitzenathlet unter anderem die Entwicklung von Sportgeräten, das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft sowie mögliche Folgen für die Sporthilfe.

Nachwuchs und Infrastruktur besonders bedroht

Nach Frenzels Worten hatte die Sportart bislang von ihren olympischen Erfolgen profitiert. Diese hätten mit dazu beigetragen, sanierungsbedürftige Sprungschanzen zu erhalten und Langlaufstätten am Leben zu halten. Künftig werde das deutlich schwieriger. Deshalb befürchtet er auch Folgen für den Nachwuchs: Viele Kinder und Jugendliche könnten sich nun zweimal überlegen, ob sie überhaupt noch in die Nordische Kombination einsteigen wollen.

Vinzenz Geiger
Seine letzten Spiele? Geiger bei Olympia in Italien. (Archivbild) Quelle: Daniel Karmann/dpa

Bei den Winterspielen im Februar in Italien gehörte die Kombination aus Skispringen und Langlauf noch zum olympischen Wettbewerb. Für die Spiele 2030 ist sie jedoch nicht mehr vorgesehen.

Auch Olympiasieger Vinzenz Geiger zeigte sich tief getroffen von der Entscheidung. Der deutsche Topathlet, der 2018 in Südkorea und 2022 in China Gold gewann, räumte ein, dass man die Haltung des IOC womöglich unterschätzt habe. Zwar sei das Risiko bekannt gewesen, doch mit dem endgültigen Ausschluss habe in der Szene kaum jemand ernsthaft gerechnet.

Geiger beschrieb den Moment der Entscheidung als regelrechten Schock. Es habe sich angefühlt wie ein Albtraum oder ein schlechter Film. Nun gehe es unmittelbar um nichts Geringeres als die Zukunft der gesamten Sportart.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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