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Liebmann ist zurück: Das steckt hinter seinem letzten Rennen

Weltrekord geknackt, jetzt der nächste Coup? Johannes Liebmann greift bei der EM wieder an – und stapelt trotzdem tief.

16.08.2026, 05:06 Uhr

Vor seinem nächsten Start im Centre Aquatique Olympique in Paris griff Weltrekordhalter Johannes Liebmann auf eine bekannte Sportlerweisheit zurück. "Ich habe nichts mehr zu verlieren, nur noch etwas zu gewinnen", sagte der 19-jährige Ausnahmeschwimmer vor dem letzten Rennen über 400 Meter Freistil. Damit traf er die Lage gleich in mehrfacher Hinsicht.

Seinen Weltrekord über 1500 Meter Freistil in 14:26,79 Minuten hat Liebmann ebenso sicher wie seine EM-Titel über 1500 und 800 Meter. Der junge Star zählt damit bereits jetzt zu den prägenden Gesichtern dieser Europameisterschaft. Daran wird sich auch nichts ändern, ganz gleich, wie der Wettbewerb über 400 Meter ausgeht. Die Vorläufe beginnen um 9.30 Uhr, die Finals um 18.30 Uhr.

Vier Deutsche kämpfen um nur zwei Finalplätze

"Ich muss schauen, wie gut meine Form noch ist", sagte Liebmann. Zugleich kündigte er an, schon im Vorlauf alles zu investieren. Der Grund: Deutschland stellt mit Liebmann, Weltrekordler Lukas Märtens, Oliver Klemet und Sven Schwarz ein besonders starkes Quartett. Allerdings dürfen nur zwei deutsche Schwimmer ins Finale einziehen.

Liebmann ordnete seine Chancen über die kürzere Distanz selbst eher vorsichtig ein. Die 400 Meter Freistil seien nie seine Paradedisziplin gewesen, erklärte er. Zudem verwies er darauf, dass Klemet und Märtens über schnellere persönliche Bestzeiten verfügen.

Liebmann spricht offen über Zweifel

Wie schon mehrfach bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt trat Liebmann auch diesmal bescheiden auf. Nach seinem herausragenden Rennen über 1500 Meter berichtete er, dass er vor den Beckenwettbewerben durchaus unsicher gewesen sei. In den vergangenen Wochen habe er das Gefühl gehabt, nicht optimal trainieren zu können.

Schwimm-EM in Paris
Johannes Liebmann (M) und Oliver Klemet (r) sind auch über 400 Meter wieder Konkurrenten. Quelle: Emma Da Silva/AP/dpa

Trainer Bernd Berkhahn habe ihm diese Sorgen jedoch genommen. Laut Liebmann habe der Coach ihm versichert, dass er sehr gut gearbeitet habe. Das habe ihm Selbstvertrauen gegeben. Rückblickend bestätigten auch die Trainingszeiten dieses Gefühl.

Trotzdem blieb Liebmann bei seinem typischen Understatement. Meist schwimme er einfach mit den anderen mit und freue sich über die Gesellschaft, sagte er. In Paris aber ist bislang eher das Gegenteil der Fall: Dort lässt er der Konkurrenz bisher kaum eine Chance.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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