EM-Silber für deutsche Sprint-Staffel ohne Owen Ansah
Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer hat bei den Europameisterschaften auch ohne 200-Meter-Europameister Owen Ansah die Silbermedaille gewonnen. Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah liefen im Alexander Stadium von Birmingham in 38,64 Sekunden auf Rang zwei.
Gold ging an die favorisierte Mannschaft aus Großbritannien, die nach 38,45 Sekunden im Ziel war. Belgien sicherte sich in 38,70 Sekunden Bronze.
Owen Ansah war vom Deutschen Leichtathletik-Verband vorsorglich nicht für die Staffel aufgestellt worden. Grund war eine drohende Sperre, durch die eine spätere Disqualifikation des deutschen Quartetts hätte riskiert werden können. Statt auf der Bahn stand der Sprinter deshalb nur als „Edelzuschauer“ auf der Tribüne – so hatte er es nach seinem Triumph über 200 Meter am Freitagabend angekündigt.
Titelchance bleibt offen
Ob mit Ansah sogar der EM-Titel möglich gewesen wäre, bleibt offen. Bei der vergangenen Europameisterschaft vor zwei Jahren in Rom gehörte er noch zur deutschen Staffel, die damals Bronze gewann. Der bislang letzte EM-Titel einer deutschen Männerstaffel liegt schon lange zurück: 1962 holte ein deutsches Team in Belgrad Gold.
Für die deutsche Frauenstaffel verlief der Wettkampf dagegen enttäuschend. Nach einem missglückten Wechsel im Vorlauf erreichte das Team das Ziel nicht und schied überraschend aus. Dabei hatte die Mannschaft um Gina Lückenkemper sowohl bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris als auch bei der WM in Tokio vor fast einem Jahr jeweils Bronze gewonnen. Diesmal sorgten stattdessen die deutschen Männer für den Erfolg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber