Bayern-Frauen holen den Supercup erneut
Die Fußballerinnen des FC Bayern haben den Supercup zum dritten Mal nacheinander gewonnen. Der Doublegewinner setzte sich in Ingolstadt mit 3:0 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg durch. Eine unglückliche Rolle spielte dabei Wolfsburgs Torhüterin Stina Johannes, die bei den ersten beiden Gegentreffern entscheidend beteiligt war.
In der 32. Minute gingen die Münchnerinnen durch einen Kopfball von Jovana Damnjanovic in Führung. Johannes fing den Ball zunächst, prallte dann aber gegen den Pfosten und stand anschließend mit dem Ball hinter der Linie. Das Tor wurde durch die Torlinientechnologie bestätigt. Kurz vor der Pause erhöhte Klara Bühl per Freistoß auf 2:0 (45.+4), wobei Johannes erneut zu spät reagierte. Nicht einmal eine Minute nach Wiederanpfiff traf Bühl dann auch zum 3:0 und sorgte früh für die Entscheidung. Nur 8.689 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Partie im Stadion.
Mehrere Ausfälle auf beiden Seiten
Rund zwei Wochen vor dem Start der Bundesliga mussten die Münchnerinnen weiter auf mehrere verletzte Nationalspielerinnen verzichten. Giulia Gwinn, Lena Oberdorf und Franziska Kett standen nicht zur Verfügung. Auch Wolfsburg fehlte mit DFB-Stürmerin Giovanna Hoffmann eine prominente Angreiferin, die nach ihrem Wechsel von RB Leipzig noch einen Kreuzbandriss auskuriert.
Die erst am Donnerstag verpflichtete Ex-Frankfurterin Lara Prasnikar, zuletzt bei Utah Royals FC in den USA aktiv, wurde erst nach gut einer Stunde eingewechselt, als die Partie praktisch entschieden war. Chelsea-Leihgabe Mara Alber gehörte beim VfL ebenfalls noch nicht zum Kader.
Wolfsburg erstmals ohne Popp im Titelspiel
Für Wolfsburg war es das erste Spiel um einen Titel seit vielen Jahren ohne Alexandra Popp, die inzwischen zu Borussia Dortmund gewechselt ist. VfL-Coach Stephan Lerch hatte die Bayern schon vor dem Anpfiff als klaren Favoriten bezeichnet. Nach zuletzt vier Meistertiteln, zwei DFB-Pokalsiegen und zwei Supercup-Erfolgen in Serie sprach ohnehin vieles für die Münchnerinnen.
Starker Wolfsburger Beginn bleibt unbelohnt
Trotzdem erwischte der VfL zunächst den besseren Start. Vor allem Flügelspielerin Cora Zicai sorgte auf der linken Seite mehrfach für Druck. Auf der rechten Außenbahn arbeitete Kapitänin Svenja Huth mit großem Einsatz.
Vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück tat sich Bayern im Spielaufbau anfangs schwer, wirkte zu hektisch und oft zu ungenau. Auch die Offensive mit Linda Dallmann, Klara Bühl, Pernille Harder und Jovana Damnjanovic fand zunächst kaum Lösungen. Dann kippte die Partie jedoch durch das kuriose 1:0.
Beim zweiten Treffer segelte Bühls Freistoß an allen Spielerinnen im Strafraum vorbei. Johannes reagierte zu spät und musste erneut hinter sich greifen. Damit brachte sich Wolfsburg um den Ertrag einer ordentlichen Anfangsphase und letztlich auch um die Chance auf den Titel. In der zweiten Halbzeit war Bayern dann spielerisch und körperlich klar überlegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber