Weber holt EM-Gold mit dem letzten Wurf
Julian Weber hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham im Speerwurf die Goldmedaille gewonnen. Der 31-Jährige sicherte sich den Titel erst im letzten Versuch, als er den Speer trotz anhaltender Schulterprobleme auf 90,40 Meter schleuderte. Damit wiederholte er seinen Erfolg von der Heim-EM vor vier Jahren in München.
Für einen deutschen Doppelsieg sorgte überraschend Nick Thumm. Der Athlet aus Stuttgart hatte mit 83,76 Metern bis vor dem Schlussdurchgang sogar in Führung gelegen und durfte sich am Ende über Silber freuen. Bronze ging an den Letten Patriks Gallums, der mit 82,97 Metern knapp vor dem Polen Dawid Wegner blieb. Thomas Röhler, Olympiasieger von Rio, war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.
Schwierige Saison wegen Schulterbeschwerden
Weber hatte in diesem Jahr lange mit Problemen an der Schulter zu kämpfen und konnte deshalb erst Mitte Juli in die Saison einsteigen. Gleich bei seinem ersten Auftritt in Luzern gelang ihm mit 87,04 Metern auf Anhieb die europäische Jahresbestweite.
In Birmingham überstand er die Qualifikation direkt mit seinem ersten Versuch und sparte so Kraft für das Finale. Dort setzte er sich zunächst mit 83,71 Metern an die Spitze und behauptete diese Position lange Zeit.
Thumm begann den Wettkampf mit 81,10 Metern und lag zunächst hinter den Führenden. Im vierten Durchgang gelang dem 21-Jährigen dann der Wurf an die Spitze. Doch Weber hatte im letzten Versuch noch eine Antwort und entriss seinem Teamkollegen mit dem Goldwurf den Titel.

Für Weber ist es nach EM-Gold in München und EM-Silber 2024 in Rom der nächste große Erfolg auf europäischer Ebene. Auf eine Medaille bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen wartet der gebürtige Mainzer dagegen weiterhin.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber