Bayern

Waldbrand bei Waldaschaff: Lage bleibt heikel

Der Brand in Waldaschaff eskaliert: Seit Samstagabend hat sich das Feuer massiv ausgebreitet – warum der Einsatz weitergeht.

16.08.2026, 04:55 Uhr

Bei hochsommerlichen Temperaturen von mehr als 30 Grad und teils kräftigem Wind haben Feuerwehren in Bayern am Wochenende mehrere Wald- und Flächenbrände bekämpft. Der größte Einsatz lief im unterfränkischen Waldaschaff. Dort breiteten sich die Flammen auf rund 30 Hektar aus.

Nach Angaben der Feuerwehr breitet sich das Feuer derzeit nicht weiter aus. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich nun darauf, verbliebene Glutnester aufzuspüren und gezielt zu löschen. Seit dem Brandbeginn am Samstag waren nach Feuerwehrangaben mehr als 800 Kräfte im Einsatz. Zeitweise arbeiteten Hunderte Helfer gleichzeitig im Brandgebiet.

Unterstützung kam auch aus der Luft: Zwei Hubschrauber warfen Löschwasser über dem Wald ab. Zudem halfen Landwirte mit Wassertransporten.

Ein Schwerpunkt war zunächst, ein Übergreifen der Flammen auf Gebäude zu verhindern. Mehrere Häuser wurden vorsorglich evakuiert, rund 80 Menschen kamen vorübergehend in einer Sporthalle unter. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte und keine Gefahr mehr für die Wohnbebauung bestand, konnten die Anwohnerinnen und Anwohner wieder zurückkehren.

Die ganze Nacht hindurch im Einsatz

Die Löschmaßnahmen zeigten am Abend Wirkung. In der Nacht breitete sich der Brand nicht weiter aus. Rund 200 Einsatzkräfte waren über Nacht in dem teils schwer zugänglichen Gelände mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

Besonders aufwendig ist das Ablöschen tiefer sitzender Glutnester. Dafür muss der Waldboden an vielen Stellen in Handarbeit mit speziellen Waldbrandwerkzeugen geöffnet werden. Hohe Temperaturen, kräftiger Wind, unwegsames Gelände und die körperlich belastenden Arbeiten erschweren den Einsatz zusätzlich.

Nach Feuerwehrangaben wurden in Waldaschaff bislang fünf Feuerwehrleute und eine Passantin verletzt.

Betretungsverbot für das Brandgebiet

Auch wenn aktuell keine stärkere Rauchentwicklung mehr sichtbar ist, gilt für das Waldbrandgebiet weiterhin ein Betretungsverbot. Die Feuerwehr warnt, dass umstürzende Bäume und herabfallende Äste dort lebensgefährlich sein können. Anwohner sollen vorsorglich weiter Fenster und Türen geschlossen halten.

Die Feuerwehr dankte der Bevölkerung für die Versorgung der Einsatzkräfte mit Essen und Getränken. Zugleich bat die Einsatzleitung darum, im betroffenen Gebiet keine eigenen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Weitere Brände in Unterfranken und Oberfranken

Neben dem Großbrand in Waldaschaff waren die Feuerwehren am Wochenende noch bei mehreren weiteren Bränden in Bayern gefordert.

In Rechtenbach im Landkreis Main-Spessart standen mehr als 450 Einsatzkräfte im Einsatz. Dort verbrannten rund 6.500 Quadratmeter Fläche. Zeitweise musste die nahe Bundesstraße 26 gesperrt werden. Auch dort erschwerte unwegsames Hanggelände die Löscharbeiten. Zwei Feuerwehrmänner erlitten Kreislaufprobleme und wurden medizinisch versorgt. Nachlöscharbeiten dauerten bis zum Abend an, in der Nacht folgten Kontrollen.

Kurz nach dem Ende dieses Einsatzes wurden Rettungskräfte erneut alarmiert: In Mittelsinn brannte am Sonntag eine Scheune. Das Feuer drohte auf einen Wald überzugreifen, konnte laut Feuerwehr aber rechtzeitig gestoppt werden. Auch dort dankte die Feuerwehr den Anwohnern für die Versorgung der Helfer mit Kaffee und Brotzeit.

Bereits am späten Freitagabend hatte es in Höchheim im Landkreis Rhön-Grabfeld einen Waldbrand gegeben. Rund 200 Einsatzkräfte waren dort mehrere Stunden beschäftigt. Zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Landwirte brachten Löschwasser, unterstützt wurde der Einsatz auch aus dem benachbarten Thüringen.

Auch bei Oberhaid im Landkreis Bamberg kämpften bis Freitagabend mehr als 200 Einsatzkräfte gegen einen Waldbrand. Nach Polizeiangaben mussten dort sieben Feuerwehrleute medizinisch versorgt werden. Mehrere Landwirte unterstützten mit Fasswagen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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