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Kurz vor Nada-Frist: Ansahs Saison ist vorbei

Doping-Drama um Owen Ansah: Stunden vor Fristende beendet der Europameister überraschend seine Saison – was steckt dahinter?

27.08.2026, 14:39 Uhr

Kurz vor dem Ende einer von der Nada gesetzten Frist hat Owen Ansah seine Saison wegen einer Verletzung abgebrochen. Der 25 Jahre alte Sprinter erklärte bei Instagram, er habe sich nach dem Training am Vortag eine kleinere Blessur zugezogen. Nach einem kurzfristig angesetzten MRT und nach Rücksprache mit seinem Arzt sei daher gemeinsam entschieden worden, die Saison nicht fortzusetzen. Damit fällt auch sein geplanter Auftritt beim Istaf in Berlin am Sonntag aus.

Bei der EM in Birmingham hatte Ansah über 100 Meter Bronze und über 200 Meter Gold geholt. Überschattet wird dies jedoch von einem Vorwurf der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada): Demnach soll der Europameister am 9. Juli eine Dopingkontrolle verweigert haben. Ansah weist das zurück. Nach seiner Darstellung erschien der Kontrolleur außerhalb des von ihm gemeldeten Zeitfensters, als er sich gerade auf die Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco vorbereitete und kurz zuvor bereits auf der Toilette gewesen war.

Entscheidung über mögliche Sperre steht an

Mit Ablauf des heutigen Tages endet für Ansah eine wichtige Frist. Bis dahin kann er eine von der Nada vorgeschlagene Sperre akzeptieren. In diesem Fall würde die übliche Dauer von vier Jahren auf drei Jahre reduziert. Zudem müsste er seine bei der EM gewonnenen Medaillen abgeben.

Lehnt Ansah das Angebot ab, dürfte die Nada ein Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht einleiten. Diesen Schritt hatte sein Anwalt Rainer Cherkeh bereits mehrfach angekündigt.

Startrecht trotz laufenden Verfahrens möglich

Würde ein solches Verfahren eröffnet, könnte der deutsche 100-Meter-Rekordhalter trotz des Vorwurfs zunächst weiter an Wettkämpfen teilnehmen und wäre nicht automatisch suspendiert. Das Sportschiedsgericht müsste dann über die Anträge der Nada und die Position von Owen Ansah entscheiden.

Gegen ein Urteil könnten anschließend beide Seiten sowie auch der Leichtathletik-Weltverband und die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Rechtsmittel beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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