1. FC Nürnberg verzichtet weiter auf ein öffentliches Saisonziel
Der 1. FC Nürnberg geht ohne konkrete Platzierungsansage in die neue Zweitliga-Saison. Sportvorstand Joti Chatzialexiou machte zum Trainingsauftakt erneut deutlich, dass er sich öffentlich nicht zur angestrebten Tabellenposition äußern will. Auch Trainer Miroslav Klose will kein Tabellenziel ausrufen.
Klose begründete die Zurückhaltung mit der großen Ausgeglichenheit der 2. Bundesliga. In den vergangenen beiden Jahren habe sich gezeigt, dass dort jeder jeden schlagen könne. Deshalb müsse der Fokus vor allem auf der eigenen Entwicklung liegen. Mit Blick auf die neue Saison sagte der Weltmeister von 2014: „Die Lust ist sehr groß“.
Aussagen künftig lieber intern
In der vergangenen Spielzeit hatte Chatzialexiou noch erklärt, der Club solle zu den besten 25 Mannschaften in Deutschland gehören. Nach dem schwachen Saisonstart mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Ligaspielen und dem frühen DFB-Pokal-Aus gegen den Regionalligisten FV Illertissen geht der 50-Jährige nun deutlich vorsichtiger vor.
Seine damalige Aussage bewertet er zwar nicht als Fehler. Allerdings seien die Schlagzeilen darüber anschließend Woche für Woche präsent gewesen. Daraus habe er für sich den Schluss gezogen, solche Gedanken beim nächsten Mal eher für sich zu behalten.
Klose geht beim FCN in seine dritte Saison. In seinem ersten Jahr führte er die Nürnberger auf Rang zehn, in der abgelaufenen Saison sprang Platz acht heraus.
Trainingsauftakt vor rund 400 Fans
Bei strahlendem Sonnenschein begann Nürnberg am Montag die Vorbereitung am Valznerweiher. Vor knapp 400 Zuschauern betrat Mittelfeldspieler Julian Justvan um 14.57 Uhr als erster Profi den Rasen. Klose beobachtete die rund 80 Minuten lange erste Einheit anfangs gemeinsam mit Chatzialexiou von der Seitenlinie aus.
Zum Kader auf dem Trainingsplatz gehörten 26 Feldspieler und vier Torhüter. Mit dabei waren auch die fünf Neuzugänge Fynn Otto vom SC Verl, Alexios Kalogeropoulos von Olympiakos Piräus, Ioannis Masouras von Omonia Nikosia, Rayan Ghrieb vom 1. FC Magdeburg und Can Moustfa von Energie Cottbus. Außerdem trainierten die beiden kolumbianischen Gastspieler Miguel Hurtado und Jhawer Diaz mit.
Kaum Ausfälle, kein großer Umbruch geplant
Bei der ersten Einheit fehlten nur wenige Spieler. Mittelfeldakteur Winners Osawe pausiert wegen eines Innenbandrisses im Knie. Torwart Michal Kukucka absolviert ein Probetraining beim tschechischen Erstligisten FK Jablonec. Innenverteidiger Nick Seidel befindet sich in finalen Gesprächen mit einem anderen Verein. Adam Markhiev und Luka Lotschoshwili sind nach ihren Länderspieleinsätzen Anfang Juni noch im Urlaub.
Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren hofft Klose diesmal auf einen Sommer ohne großen personellen Umbruch. Nach den Abgängen von Caspar Jander, Jens Castrop oder Stefanos Tzimas in früheren Phasen wiegt aktuell vor allem der Wechsel von Innenverteidiger Fabio Gruber zum FSV Mainz 05 schwer. Chatzialexiou betonte zugleich, der FCN befinde sich in einer komfortableren Lage, weil der Verein diesmal nicht zwingend Spieler verkaufen müsse.
Kapitänsfrage offen, Haugen soll kommen
Durch Grubers Abgang ist auch das Kapitänsamt neu zu besetzen. Zu den naheliegenden Kandidaten zählen Julian Justvan und Torhüter Jan Reichert. Klose hat nach eigenen Angaben mehrere mögliche Nachfolger im Kopf, will sich mit der Entscheidung aber noch Zeit lassen.
Im Sturm steht derweil offenbar bald ein weiterer Zugang bevor. Sigurd Haugen vom TSV 1860 München soll sich dem 1. FC Nürnberg anschließen. Chatzialexiou zeigte sich in dieser Personalie zuversichtlich. Die Freigabe des Norwegers hängt dem Vernehmen nach noch an offenen Fragen rund um die Lizenzsituation der Münchner. Mit Haugen würde Nürnberg einen Angreifer bekommen, der in der vergangenen Saison 16 Treffer für die „Löwen“ erzielte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber