Fußball

US-Traum lockt: Warum deutsche Kicker alles riskieren

Drei deutsche College-Kicker trainieren in den USA, treffen plötzlich DFB-Stars – und jagen in Winston-Salem ihren Profi-Traum.

29.06.2026, 06:42 Uhr

Deutsche College-Fußballer hoffen in den USA weiter auf den Sprung ins Profigeschäft

Während die deutschen Nationalspieler ihr Quartier in Winston-Salem bezogen haben, arbeiten dort auch drei junge Deutsche an ihrem großen Traum. Linus Musielak (22) aus Dortmund, Fynn Mewes (23) aus Bielefeld und Noah Vasilev (23) aus Würzburg wollen den Weg in den Profifußball schaffen. In den Sommermonaten halten sie sich deshalb beim Viertligisten Salem City FC fit.

„Es war schon immer mein Traum, professionell zu spielen. In den USA habe ich darin für mich eine zweite Chance gesehen, dieses Ziel auf einem anderen Weg doch noch zu erreichen“, sagte Flügelspieler Musielak.

Anderes Sportsystem als in Deutschland

Der Hochschulsport in den USA funktioniert grundlegend anders als in Deutschland. Wer in Sportarten wie Basketball oder Football herausragt, wird von seiner Universität gezielt gefördert und kann sich über College-Wettbewerbe für Proficlubs empfehlen. Auch im Fußball eröffnet dieses System Chancen. Da der College-Spielbetrieb im Sommer pausiert, wechseln viele Spieler vorübergehend zu unterklassigen Vereinen, um im Rhythmus zu bleiben. In der vierten Liga wird dabei häufig sogar auf Footballfeldern gespielt.

Nachwuchskicker treffen in Winston-Salem auf DFB-Stars

Musielak, Mewes und Vasilev studieren normalerweise in Boston und Chicago. Für den Sommer entschieden sie sich bewusst für Winston-Salem in North Carolina – auch in der Hoffnung, dort die deutsche Nationalmannschaft zu treffen, wie Mewes berichtete.

Dieser Plan ging auf: Auf dem Weg zum Training und zu Presseterminen an der Wake Forest University begegnete das Trio unter anderem Nico Schlotterbeck, Felix Nmecha und Deniz Undav. In einem Café der Stadt trafen sie zudem zufällig Joshua Kimmich und Oliver Baumann.

Vasilev erzählte, die Nationalspieler hätten die drei Nachwuchskicker sogar eher ausgefragt als umgekehrt. Für das Trio sei das eine unerwartet lockere, lustige und besondere Erfahrung gewesen.

So leben die deutschen Collegestudenten in Winston-Salem

In Winston-Salem wohnen die drei Deutschen zusammen mit fünf weiteren Spielern in einem Haus. Zweimal pro Woche kümmert sich die sogenannte „Vereinsmama“ um den Einkauf. Unterkunft und Verpflegung übernimmt der Club, ein Gehalt bekommen die Spieler jedoch nicht.

Im August geht es zurück an die Universitäten. Dort verfolgen sie ihren Traum vom Profifußball weiter. Sollte der Sprung nach oben am Ende nicht gelingen, bleibt ihnen immerhin ein Abschluss an einer angesehenen US-Hochschule.

Auch Joshua Kimmich sieht darin einen großen Wert. Auf einer Pressekonferenz sagte der DFB-Kapitän, er hätte diesen Weg für sich selbst ebenfalls sehr interessant gefunden, falls es mit der Profikarriere nicht geklappt hätte. Es sei spannend, in einem fremden Land und in einer anderen Kultur Erfahrungen zu sammeln und daraus viel mitzunehmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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