Bayern

Hitze-Chaos: Nürnbergs Straßenbahnen stehen still

Hitze-Chaos in Nürnberg: Bitumen wird zur Klebefalle, beschädigt Schienen – und Fahrgäste spüren die Folgen noch lange

29.06.2026, 16:52 Uhr

Nürnberg: Straßenbahnen bleiben nach Hitzeschäden vorerst weiter außer Betrieb

In Nürnberg fahren weiterhin keine Straßenbahnen. Nach Angaben der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) ist noch offen, wie lange die Beseitigung der Schäden dauern wird. Eine Sprecherin sagte, dafür sei ein großer Personaleinsatz nötig, weil zahlreiche Bahnen und Schienen gereinigt werden müssten. Die Arbeiten seien äußerst aufwendig, derzeit könnten nur zwei Fahrzeuge pro Tag bearbeitet werden.

Damit Fahrgäste trotzdem in die Innenstadt kommen, sollen auf den Außenästen der Strecken Busse und Taxis die Verbindung zu U-Bahn-Stationen übernehmen. Von dort aus können Fahrgäste weiterfahren. Die Ersatzfahrzeuge halten allerdings nicht an den üblichen Haltestellen, sondern am Straßenrand. An einigen Haltestellen befindet sich noch das Material, das die Probleme im Straßenbahnbetrieb ausgelöst hat.

Bitumen durch extreme Hitze gelöst

Ursache der Schäden ist laut VAG Bitumen, also die Füllmasse an den in die Straße eingelassenen Schienen. Wegen der tagelangen extremen Hitze habe sich das Material gelöst und dadurch Gleise sowie Straßenbahnen beschädigt. Nun müssten Schienen, Räder und Fahrwerke aufwendig gereinigt werden. Die Masse verhalte sich „wie Kaugummi“, sagte die Sprecherin.

Die gröberen Verunreinigungen im Netz seien inzwischen entfernt worden. Nun stehe noch die Endbearbeitung an. Zudem müsse das Schienennetz vollständig überprüft werden.

VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing betonte, die vorübergehende Einstellung des Straßenbahnbetriebs sei alles andere als eine leichte Entscheidung gewesen. Die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitenden habe jedoch jederzeit oberste Priorität.

Verkehrsbetriebe rechnen mit hohen Kosten

Nach Einschätzung der VAG ist die Lage außergewöhnlich, zeigt aus Sicht des Unternehmens aber auch konkrete Folgen des Klimawandels. Verkehrsunternehmen und Hersteller müssten sich darauf einstellen. Dafür brauche es nach Angaben der VAG auch Unterstützung von Bund und Land, damit die nötigen Veränderungen umgesetzt werden könnten.

Die durch die Schäden der vergangenen Tage entstandenen Kosten schätzt Dahlmann-Resing auf mehrere Hunderttausend Euro.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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