Julian Nagelsmann misst dem K.-o.-Duell der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit Paraguay enorme Bedeutung bei. Vor dem Spiel der WM-Zwischenrunde am heutigen Abend (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough brachte es der Bundestrainer auf Englisch klar auf den Punkt: Im Fußball zähle letztlich nur der Sieg. Gewinne man, sei alles in Ordnung – verliere man, sehe alles schlecht aus. Entsprechend sei das Ziel eindeutig.
Die DFB-Auswahl hat bei der ersten Weltmeisterschaft mit 48 Teams erstmals seit dem Triumph von 2014 wieder die Gruppenphase überstanden. Trotzdem sorgte das enttäuschende 1:2 gegen Ecuador für deutliche Kritik – sowohl an der Spielweise als auch an der Haltung der Mannschaft. Nagelsmann betonte jedoch, dass er die Diskussionen von außen möglichst ausblenden wolle.
Keine Pflicht, sich zu beweisen
Der 38-Jährige erklärte, er empfinde als Bundestrainer keine Verpflichtung, irgendwem etwas beweisen zu müssen. Natürlich freue sich das Team über Rückhalt von den Fans und ebenso darüber, wenn Experten oder Kritiker nach der Partie ein positives Fazit ziehen. Entscheidend sei aber vor allem, die Mannschaft so vorzubereiten, dass sie ein starkes Spiel zeigen könne.
Seit Beginn des Turniers gibt es immer wieder öffentliche Ratschläge prominenter Beobachter – darunter Jürgen Klopp, Thomas Müller und Lothar Matthäus. Dabei ging es vor allem um Joshua Kimmichs Einsatz als rechter Verteidiger sowie um die Frage, ob Deniz Undav nach drei Treffern als Joker diesmal von Beginn an spielen sollte.

Aussagekräftige Reaktion auf die Kritik
Nagelsmann versicherte, sein Fokus liege ausschließlich auf der Mannschaft und dem gemeinsamen Erfolg. Auf die Frage, wie ihn die Kritik persönlich treffe, antwortete er knapp, das sei wohl wie bei jedem Menschen – mehr müsse man dazu nicht sagen.
Wie seine Startelf gegen Paraguay aussehen wird, ließ der Bundestrainer offen. Erwartet wird, dass Nathaniel Brown nach seinen zuletzt gesundheitlichen Problemen auf die linke Abwehrseite zurückkehrt. Beim Ecuador-Spiel hatte David Raum ihn dort ersetzt, dabei aber keinen guten Eindruck hinterlassen.
Nagelsmann sagte, am Ende müsse die Entscheidung gemeinsam im Austausch mit den Spielern und dem Trainerteam fallen. Es gebe durchaus taktische Überlegungen, an einigen Punkten etwas zu verändern. Gleichzeitig werde auch darüber nachgedacht, dieselbe Anfangsformation wie zuletzt aufzustellen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber