Fußball

Völler holt 2014-Weltmeister zum DFB? «Auch in der Pflicht»

Völler plant bis 2028 – und bringt plötzlich die Weltmeister von 2014 ins Spiel. Wer beim DFB bald Verantwortung übernehmen soll

08.07.2026, 05:12 Uhr

Völler traut der Weltmeister-Generation Führungsaufgaben beim DFB zu

DFB-Sportdirektor Rudi Völler kann sich weiterhin vorstellen, dass mehrere Weltmeister von 2014 künftig Verantwortung beim Deutschen Fußball-Bund übernehmen. In einer Medienrunde in Frankfurt sagte der 66-Jährige, aus dieser Generation gebe es Kandidaten, die später seine Nachfolge antreten oder auch schon an seiner Seite eine wichtige Rolle spielen könnten.

Völler betonte erneut, dass diese Spieler aus seiner Sicht ein Stück weit in der Pflicht stünden, sich stärker einzubringen. Er rechne fest damit, dass einige von ihnen beim DFB irgendwann Verantwortung übernehmen werden. Seinen eigenen Vertrag, der bis 2028 läuft, will Völler erfüllen.

So ist der Stand bei prominenten Weltmeistern von 2014

Per Mertesacker

Per Mertesacker gilt weiter als aussichtsreicher Kandidat. Der frühere Nationalspieler leitete bis zu diesem Sommer die Nachwuchsakademie des FC Arsenal und bringt damit viel Erfahrung in Ausbildung und Förderung junger Talente mit. Schon zuvor hatte er öffentlich signalisiert, sich eine Aufgabe beim DFB vorstellen zu können.

Auch jetzt bekräftigte der 41-Jährige seine grundsätzliche Bereitschaft. Er könne sich gut vorstellen, dem deutschen Fußball etwas zurückzugeben, wenn das gewünscht sei. Unterstützung bekam er dabei auch schon von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß.

Mats Hummels

Bei Mats Hummels ist ein DFB-Engagement aktuell dagegen kein Thema. Der frühere Abwehrchef machte deutlich, dass er sich derzeit nicht in einer solchen Rolle sieht. Als Grund nannte er fehlende Ausbildung und mangelnde Vorbereitung für einen Funktionärsposten.

Der 37-Jährige, der bei der WM als TV-Experte arbeitet, sagte sinngemäß, dass so etwas vielleicht in vielen Jahren denkbar sei. Im Moment komme es für ihn aber klar nicht infrage.

Sami Khedira

Auch Sami Khedira wurde von Völler als möglicher Kandidat genannt. Der Ex-Nationalspieler war bereits als TV-Experte tätig und sammelte zudem Erfahrungen als sportlicher Berater beim VfB Stuttgart.

Nach Informationen aus dem Umfeld soll es in der jüngeren Vergangenheit sogar Gespräche mit dem DFB über eine Aufgabe auf Direktorenebene gegeben haben. Zu einer Einigung kam es jedoch nicht. Zudem gibt es Spekulationen, dass José Mourinho Khedira bei einem möglichen Engagement bei Real Madrid als Co-Trainer holen könnte – ein Szenario, das für den früheren Madrilenen reizvoll wäre.

Thomas Müller

Thomas Müller steht dem DFB derzeit ebenfalls nicht zur Verfügung. Der 36-Jährige ist noch als Spieler bei den Vancouver Whitecaps in der Major League Soccer gebunden.

Und selbst für die Zeit nach seiner aktiven Karriere dürfte der DFB starke Konkurrenz bekommen: Der FC Bayern würde seinen langjährigen Profi gern in die Vereinsarbeit einbinden. Uli Hoeneß hatte Müller dafür bereits öffentlich als idealen Kandidaten bezeichnet.

Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger äußerte sich zurückhaltend zu einer möglichen Rolle beim DFB. Auf die Frage nach einem solchen Posten verwies er zunächst auf seine Tätigkeit als ARD-Experte, die er sichtbar schätzt.

Zugleich ließ der 41-Jährige die Tür nicht komplett zu und betonte, sich grundsätzlich nicht vor Verantwortung zu drücken. Derzeit wirkt es jedoch eher so, als sei er mit seiner Medienrolle zufrieden und dränge nicht in die Funktionärsarbeit.

Philipp Lahm

Neu in der Debatte ist auch der Blick auf Philipp Lahm. Der Kapitän des WM-Teams von 2014 hatte beim DFB bereits Verantwortung übernommen: Bis 2024 gehörte er dem Präsidium an und war als Geschäftsführer der DFB Euro GmbH mitverantwortlich für die Heim-EM.

Aktuell strebt Lahm aber offenbar keine neue Aufgabe im Verband an. Zwar schließt er für die Zukunft nichts aus, derzeit sieht er dafür jedoch keinen Anlass.

Völlers Grundgedanke bleibt damit bestehen: Mehrere Weltmeister von 2014 kommen für tragende DFB-Rollen infrage. Wie konkret diese Optionen sind, fällt derzeit allerdings sehr unterschiedlich aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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