Fußball

Trotz WM-Aus: Völler bleibt DFB-Boss

Völler verlängert bis 2028 – und plant mit Klopp den DFB-Neustart. Was jetzt für die Nationalelf auf dem Spiel steht.

07.07.2026, 17:03 Uhr

Rudi Völler bleibt dem Deutschen Fußball-Bund als Sportdirektor erhalten und will seinen bis zur Europameisterschaft 2028 laufenden Vertrag erfüllen. Der 66-Jährige kündigte an, nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden in den USA und der aus seiner Sicht inzwischen richtigen Trennung von Julian Nagelsmann weiterzumachen und den Neuaufbau der Nationalmannschaft aktiv zu begleiten.

Nach einem längeren Telefonat mit dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp sowie Gesprächen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke fiel bei Völler die Entscheidung für den Verbleib. In einer Medienrunde in Frankfurt am Main mit „Bild“, „Frankfurter Rundschau“, der „Funke Mediengruppe“, dem „Kicker“ und der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er, das Gesamtpaket habe den Ausschlag gegeben.

Telefonate mit Klopp und Mintzlaff

Völler berichtete neben dem Austausch mit Klopp auch von einem Anruf von Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer bei Red Bull. Dieser habe ihn ebenfalls zum Weitermachen ermuntert. Nach Völlers Darstellung spricht vieles dafür, dass eine Zusammenarbeit mit Klopp zustande kommen kann.

Hintergrund ist, dass Klopp als Wunschkandidat des DFB noch bis 2029 als „Head of Global Soccer“ an Red Bull gebunden ist. Völler sagte jedoch, aus den Gesprächen mit den Verantwortlichen innerhalb und außerhalb des Verbands lasse sich ableiten, dass alle Beteiligten an Lösungen arbeiten.

Mit Klopp habe es bereits am vergangenen Samstag ein längeres Gespräch gegeben. Dabei sei schnell deutlich geworden, dass eine gemeinsame Arbeit grundsätzlich möglich sei. Völler sieht seine künftige Rolle dabei weiter vor allem als Unterstützung des Bundestrainers.

Völler sieht sich als Helfer im Hintergrund

An seinem Aufgabenprofil dürfte sich wenig ändern. Völler betonte, dass zunächst viel Aufmerksamkeit auf Klopp liegen werde. Wenn die Belastung für den neuen Bundestrainer aber zu groß werde, wolle er bereitstehen und helfen.

Rückendeckung erhält Völler aus der DFB-Spitze. Watzke hatte sich bereits öffentlich für dessen Verbleib ausgesprochen und erklärt, dass Völler und Klopp aus seiner Sicht sehr gut zusammenpassen würden.

Neuendorf und Watzke wollen in der zweiten Wochenhälfte nach New York reisen, um dort mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke konkret über ein mögliches Bundestrainer-Engagement zu sprechen. Zwar haben beide Seiten ihren Willen zur Zusammenarbeit deutlich signalisiert, abgeschlossen sind die Verhandlungen aber noch nicht. Offen sind demnach unter anderem Fragen zu Gehalt und Laufzeit eines möglichen Vertrags – bis zur EM 2028 oder sogar bis zur WM 2030.

Nagelsmann-Trennung nun auch aus Völlers Sicht richtig

Völlers Entscheidung fiel nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann infolge des frühen WM-Ausscheidens in Amerika. Während Völler unmittelbar nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen Paraguay noch öffentlich für den Bundestrainer eingetreten war, bewertete er die Trennung nach einigen Tagen Abstand anders. Nach kurzen Nächten sei er zu dem Schluss gekommen, dass dieser Schritt richtig gewesen sei.

Der Sportdirektor hatte sich nach der Rückkehr aus den USA zunächst Bedenkzeit genommen. Besonders eng war seine Verbindung zu Nagelsmann auch deshalb, weil Völler ihn im September 2023 nach der Trennung von Hansi Flick selbst als Wunschlösung für den Trainerposten geholt hatte.

Völler war nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar Sportdirektor beim DFB geworden. Nach Flicks Aus saß er beim 2:1 gegen Frankreich sogar noch einmal als Interimscoach auf der Bank. Nun soll er gemeinsam mit Klopp dabei helfen, die Nationalmannschaft neu aufzustellen – mit der EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland als wichtigem Ziel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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