Dank des erneut entscheidenden Mikel Merino steht Spanien bei der Fußball-WM im Halbfinale gegen Frankreich. Nach dem 2:1 gegen Belgien im Viertelfinale reist der Europameister mit viel Selbstvertrauen zum Prestigeduell.
„Auf dieses Spiel haben seit Beginn des Turniers wohl alle gewartet“, sagte Lamine Yamal nach dem Erfolg. Aus seiner Sicht treffen in Dallas die zwei stärksten Teams der WM aufeinander. Angst vor Frankreich habe Spanien aber nicht: Wenn eine Mannschaft mit Überzeugung gegen Les Bleus antreten könne, dann La Roja.
Die Paarung gab es schon im EM-Halbfinale 2024 in Deutschland, damals setzte sich Spanien ebenfalls mit 2:1 durch. Yamal war dabei mit seinem einzigen Turniertor ein wichtiger Faktor. Vor dem WM-Halbfinale hat der Offensivspieler bislang erst einmal getroffen, präsentiert sich nach seiner Verletzungspause inzwischen aber wieder in starker Form.
Tore sind Yamal nicht so wichtig
Der Jungstar betonte, dass für ihn nur der Titel zählt. Ob er selbst trifft, sei zweitrangig, solange Spanien Weltmeister werde. Mit Blick auf ein mögliches erneutes Schlüsselspiel gegen Frankreich sagte er dennoch, dass er den Tag kaum erwarten könne. Einen Tag vor dem Halbfinale am 14. Juli wird Yamal 19 Jahre alt – am liebsten würde er sich mit dem Einzug ins Endspiel beschenken.
Spaniens Presse feiert Merino
Falls Yamal nicht trifft, gibt es immer noch Mikel Merino. Die Zeitung Mundo Deportivo adelte ihn nach seinem späten Siegtreffer gegen Belgien als „heiligen Merino“. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der frühere Dortmunder in der 88. Minute das 2:1.

Damit setzte Merino seine Serie wichtiger Joker-Tore fort: Schon im Achtelfinale gegen Portugal hatte er das entscheidende 1:0 erzielt, ebenso vor zwei Jahren im EM-Viertelfinale gegen Deutschland. Merino erklärte, solche Treffer seien kein Zufall. Er bereite sich gezielt auf genau diese Momente vor.
Belgien beendet Simóns Rekordserie
Gegen Belgien dominierte Spanien zwar Ballbesitz und Chancen, musste aber dennoch hart arbeiten. Charles De Ketelaere glich in der 41. Minute zum 1:1 aus und sorgte damit für das erste Gegentor Spaniens in diesem Turnier. Für Unai Simón endete eine Serie von 649 WM-Minuten ohne Gegentreffer.
Zuvor hatte Fabián Ruiz Spanien in Führung gebracht (30.), ehe Merino spät den Sieg sicherte. Damit steht der Weltmeister von 2010 erstmals seit dem Titelgewinn wieder in einem WM-Halbfinale.
Frankreich wartet mit viel Offensivkraft
Während Frankreich 2018 und 2022 jeweils das WM-Finale erreichte, war für Spanien seit dem Triumph vor 16 Jahren nie mehr als das Achtelfinale drin gewesen. Nun aber sind die Iberer seit 37 Pflichtspielen ungeschlagen, wenn man Niederlagen erst nach Elfmeterschießen ausklammert.
Im Halbfinale wartet mit Frankreich ein Gegner von enormer Qualität. Kylian Mbappé und seine Mitspieler kommen in sechs WM-Partien bereits auf 16 Tore. Spanien will sich davon jedoch nicht vom eigenen Stil abbringen lassen. Dass Nico Williams nach überstandener Verletzung wieder zurück ist und gegen Belgien bei seiner Einwechslung beinahe selbst das 2:1 erzielt hätte, gibt zusätzlich Rückenwind.
Yamal sieht Frankreich zwar als stark besetzt an, betonte aber zugleich Spaniens klare Ausrichtung: Ballkontrolle, eigenes Spiel, keine Zurückhaltung. Und er erinnerte selbstbewusst daran: Spanien habe Frankreich schließlich schon einmal aus einem Turnier geworfen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber