Fußball

Neuers letzter Schalke-Moment rührt jetzt alle

Kaum zu glauben: Beim letzten Schalke-Bundesligasieg gegen Bayern stand ausgerechnet Manuel Neuer noch im S04-Tor.

04.09.2026, 12:11 Uhr

Manuel Neuer blickt diesem Fußballabend schon seit dem 2. Mai mit besonderer Vorfreude entgegen. An jenem Tag schaffte der FC Schalke 04 nach drei Jahren die Rückkehr in die Bundesliga. Für den gebürtigen Gelsenkirchener ist das ein emotionaler Moment gewesen.

Rückkehr an einen besonderen Ort

Nun, 126 Tage später, steht das Wiedersehen an: ausverkaufte Veltins-Arena, Flutlicht, Topspiel. Am Samstagabend führt Neuer den FC Bayern voraussichtlich zum letzten Mal als Kapitän in Gelsenkirchen gegen seinen Herzensverein aufs Feld.

Für den Torhüter ist diese Partie ein besonders wichtiger Halt auf dem Weg zu seinem wohl nahenden Karriereende. Schon vor dem Saisonstart hatte er angedeutet, dass dies seine letzte Spielzeit sein könnte. Entsprechend groß ist seine Vorfreude auf die Rückkehr in die Arena, in der er einst selbst zu Hause war.

Heimkehr als Gegner

Trotz aller Verbundenheit reist Neuer als Gegenspieler an. Dass ihn die Schalker Fans auch viele Jahre nach seinem Wechsel zu den Bayern mit Pfiffen empfangen könnten, gilt als wahrscheinlich. Der Weltklasse-Torhüter wurde in Gelsenkirchen geboren, begann dort bereits als Fünfjähriger mit dem Vereinsfußball, durchlief die Knappenschmiede und wurde 2006 Profi.

Er selbst betont immer wieder, wie stark ihn diese Zeit geprägt hat. Zwei Jahrzehnte trug er das Schalke-Trikot, eine Verbindung, die für ihn nie ganz verschwunden ist. Auch wenn er längst zu einer Identifikationsfigur des FC Bayern geworden ist und inzwischen mit seiner Familie am Tegernsee lebt, bleibt Schalke für ihn ein Stück Heimat.

FC Schalke 04 - Bayern München
Ein letztes Mal Veltins-Arena? Manuel Neuer gastiert mit dem FC Bayern am Samstagabend in Gelsenkirchen. (Archivbild) Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Verein liegt ihm weiterhin am Herzen. Neuer engagiert sich sozial in Gelsenkirchen und freut sich über die Rückkehr der Königsblauen in die Bundesliga. Für ihn gehört Schalke selbstverständlich ins Oberhaus.

Erinnerungen an den letzten Schalker Sieg

Bei aller Sentimentalität zählt für Neuer auf dem Platz nur der Erfolg. Nach dem Schlusspfiff will er die Arena wie so oft in seinen 15 Jahren bei Bayern als Sieger verlassen.

Der bislang letzte Bundesliga-Erfolg der Schalker gegen München liegt lange zurück: Am 4. Dezember 2010 gewann Schalke mit 1:0. Damals stand noch Felix Magath an der Seitenlinie, und Neuer hütete selbst das Tor der Gastgeber. Vor dem Treffer von José Manuel Jurado leitete er die Szene mit einem weiten Ball auf Raúl ein und erhielt später vom Kicker die Bestnote.

Bayern klar favorisiert

Diesmal geht Neuer mit den Münchnern als eindeutiger Favorit in die Partie. Nach dem 5:1 zum Auftakt gegen den VfB Stuttgart soll auch auswärts der starke Saisonbeginn bestätigt werden. Für Neuer war es zugleich das 600. Pflichtspiel im Bayern-Trikot.

Schalke dagegen startete mit einem deutlichen 0:3 beim FC Augsburg in die Saison. Dennoch warnte Bayern-Trainer Vincent Kompany davor, den Gegner zu unterschätzen. Für ihn beginnt auch dieses Spiel bei null. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie speziell die Atmosphäre in Gelsenkirchen sein kann. Deshalb fordert er, dass seine Mannschaft mindestens genauso hungrig auftreten müsse wie Schalke.

Fit für das emotionale Duell

Für Neuer hat die Partie eine ganz eigene Bedeutung. Beim Pokalspiel in Osnabrück wurde er von Jonas Urbig vertreten und konnte sich gezielt auf die Rückkehr nach Schalke vorbereiten. Nach mehreren kleineren Verletzungen in der vergangenen Saison fühlt er sich nach eigenen Worten wieder in guter körperlicher Verfassung.

Abschied auf großer Bühne?

Die Frage nach dem Karriereende hatte Neuer bereits vor seinem missglückten Comeback in der Nationalmannschaft beantwortet: Er hängt noch ein Jahr dran. Der Reiz, mit diesem Bayern-Team weiter um alle Titel zu spielen, ist für ihn zu groß. Besonders lockt ihn ein perfekter Abschied mit einem weiteren Triple nach 2013 und 2020.

Er hatte selbst eingeräumt, dass er in vielen anderen Situationen wohl schon aufgehört hätte. Doch die Arbeit mit der Mannschaft, dem Trainerteam und dem gesamten Umfeld mache ihm weiterhin große Freude. Deshalb spreche vieles dafür, dass nach dieser Saison Schluss sein könnte.

Während er im normalen Spielbetrieb nicht ständig darüber nachdenkt, möglicherweise zum letzten Mal in einem bestimmten Stadion aufzulaufen, dürfte das Gefühl am Samstagabend in Gelsenkirchen besonders präsent sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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