Gregoritsch steht beim FC Augsburg vor einem Bundesliga-Rekord
Michael Gregoritsch könnte sich schon bald einen festen Platz in der Vereinsgeschichte des FC Augsburg sichern. Der österreichische Nationalstürmer, den viele nur „Gregerl“ nennen, ist drauf und dran, Alfred Finnbogason als erfolgreichsten Bundesliga-Torschützen des FCA abzulösen. Bereits an diesem Sonntag im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt könnte er die Bestmarke einstellen oder übertreffen.
Finnbogason erzielte zwischen 2016 und 2022 insgesamt 37 Bundesliga-Tore für Augsburg. Gregoritsch kommt derzeit auf 36 Treffer im FCA-Trikot. Der Angreifer spielte bereits von 2017 bis 2022 für die Fuggerstädter und kehrte im Januar dieses Jahres zurück. Die Aussicht auf einen Rekord freut ihn: Sollte es nun so weit sein, wäre das für ihn etwas ganz Besonderes.
Nur noch zwei Österreicher vor ihm
In Schlagdistanz brachte sich Gregoritsch zuletzt mit seinem Treffer zum 1:0 beim 3:0-Erfolg gegen Aufsteiger Schalke 04. Für den 32-Jährigen war es im 288. Bundesligaspiel insgesamt Tor Nummer 66. Neben Augsburg war er in der höchsten deutschen Spielklasse auch für den Hamburger SV und den SC Freiburg erfolgreich.
Unter den österreichischen Torjägern der Bundesliga rangiert Gregoritsch damit inzwischen weit vorne. Vor ihm liegen nur noch Wilhelm Huberts mit 67 Treffern und Toni Polster mit 90.
Vom jungen Stürmer zur Führungspersönlichkeit
Trainer Manuel Baum, der Gregoritsch 2017 nach Augsburg holte, sieht beim Angreifer eine klare Entwicklung. Aus dem damals 23-Jährigen sei inzwischen ein deutlich reiferer Profi geworden. Mit wachsender Erfahrung richte er den Blick nicht mehr nur auf die eigene Leistung, sondern zunehmend auch auf das Wohl der Mannschaft. Genau das mache ihn besonders wertvoll – nicht allein wegen seiner fußballerischen Klasse, sondern auch wegen seines Verständnisses für das Innenleben eines Teams.

Wichtig auch neben dem Platz
Zwar möchte Gregoritsch nach wie vor möglichst in jedem Spiel auf dem Feld stehen, doch seine Rolle geht längst über Tore hinaus. Als Mitglied des Mannschaftsrats übernimmt er Verantwortung und unterstützt auch jüngere Spieler wie Rodrigo Ribeiro. Laut Baum hilft ihm dabei die Erfahrung aus verschiedenen Stationen seiner Karriere. Dadurch könne er Spannungen in der Kabine oft früh erkennen und entschärfen, bevor daraus größere Probleme entstehen.
Gute Voraussetzungen durch starke Offensivpartner
Ein Grund für Gregoritschs starke Saison dürften auch seine Nebenleute in der Offensive sein. Mit Robin Fellhauer und vor allem Anton Kade hat er auf den Halbpositionen hinter sich zwei äußerst laufstarke und schnelle Mitspieler. Kade könnte nach einem abgebrochenen Training am Mittwoch allerdings ausfallen.
Gregoritsch äußerte sich sehr positiv über den jungen Offensivmann. Die Zusammenarbeit funktioniere hervorragend, zudem halte er große Stücke auf dessen Talent. Rückschläge gehörten zwar zur Entwicklung dazu, sagte Gregoritsch sinngemäß, doch wenn Kade so weiterarbeite, könne er sein aktuelles Niveau halten.
Harte Aufgabe in Frankfurt
Der FCA möchte sich weiterhin in der oberen Tabellenhälfte behaupten. In Frankfurt wartet allerdings eine anspruchsvolle Aufgabe. Gregoritsch sprach von einer echten Standortbestimmung gegen die Eintracht, die von seinem Landsmann Adi Hütter trainiert wird. Gerade weil es das erste Heimspiel der Frankfurter ist, rechnet er mit viel Intensität und einer hitzigen Atmosphäre.
Das Stadion in Frankfurt zählt für Gregoritsch zu den beeindruckendsten der Liga. Dort will er nun nicht nur mit Augsburg bestehen, sondern im besten Fall auch selbst mit einem Tor für den nächsten Eintrag in die Vereinsgeschichte sorgen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber