Fußball

Bericht: UEFA kippt Boykott-Drohung gegen FIFA-Turniere

Kurz vor der U20-WM der Fußballerinnen kippt der Boykott-Plan: Warum Europas Verbände plötzlich zurückrudern.

26.08.2026, 14:59 Uhr

Die europäischen Mitgliedsverbände der UEFA werden ihre angedrohte Blockade von FIFA-Wettbewerben wegen der inzwischen gescheiterten Investorenpläne offenbar zurückziehen. Das verlautete aus UEFA-Kreisen kurz vor der Auslosung der Champions League in Monaco. Mit einer offiziellen Bestätigung wird nach einem Treffen der Nationalverbände am Donnerstag gerechnet.

Zuvor hatten bereits britische Medien über das Ende der Boykott-Drohung berichtet. Damit können die europäischen Teams wie vorgesehen an der in Kürze beginnenden U20-Weltmeisterschaft der Frauen in Polen teilnehmen. Der Widerstand gegen den umstrittenen Führungsstil von FIFA-Präsident Gianni Infantino soll jedoch fortgesetzt werden. Aus dem UEFA-Umfeld heißt es zudem, dass die Opposition derzeit nach einem Gegenkandidaten für die nächste Präsidentenwahl sucht.

UEFA verweist auf FIFA-Garantien

Auslöser des Konflikts waren inzwischen wieder verworfene Pläne, private Investoren in künftige Geschäfte rund um Weltmeisterschaften einzubinden. Nach deren Bekanntwerden hatten die 55 UEFA-Verbände mit einem Boykott sämtlicher FIFA-Wettbewerbe gedroht.

Die UEFA hatte verlangt, dass es künftig keine vergleichbaren Vorstöße mehr geben dürfe und der Fußball nicht erneut auf diese Weise beeinflusst werde. Nach den nun vorliegenden Informationen sieht sich der Kontinentalverband durch entsprechende Garantien der FIFA abgesichert.

Infantino steht seit seinem Alleingang in der Investorenfrage massiv unter Druck. Vor allem in Europa ist die Kritik am 56-Jährigen groß. In vielen Verbänden gibt es den Wunsch, ihn bei der nächsten FIFA-Präsidentenwahl am 18. März 2027 in Rabat abzulösen.

Turnier in Polen ohne deutsches Team

Die Juniorinnen-WM wird vom 5. bis 27. September ausgetragen. Deutschland ist bei dem Turnier mit insgesamt 24 Mannschaften nicht vertreten; aus Europa sind sechs Teams dabei. Für das nächste große FIFA-Turnier, die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien, hat sich die DFB-Auswahl von Bundestrainer Christian Wück bereits qualifiziert.

FIFA begrüßt die Entwicklung

Der Weltverband reagierte bereits vor einer offiziellen UEFA-Mitteilung positiv auf die Wende. Die FIFA zeigte sich erfreut darüber, dass alle qualifizierten Teams an der U20-WM teilnehmen werden, und betonte, Fußball habe die Kraft, Menschen selbst in schwierigen Zeiten zu verbinden. Zudem freue man sich darauf, alle Mannschaften und Spielerinnen in Polen zu begrüßen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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