Lionel Messi hat sich erstmals mit sehr persönlichen und emotionalen Worten vom Tod seines Vaters Jorge Messi verabschiedet. In einem Beitrag in den sozialen Netzwerken schrieb der argentinische Fußballstar, dass er noch immer nicht begreifen könne, dass sein Vater nicht mehr da sei. Eigentlich wolle er diese Realität gar nicht akzeptieren.
„Papa, ich kann immer noch nicht glauben, dass du nicht mehr da bist. Ich kann es nicht fassen – oder besser gesagt: Ich will es nicht wahrhaben“, schrieb der 39-Jährige. Besonders schwer falle ihm der Gedanke, seinen Vater nie wiederzusehen und nie wieder mit ihm sprechen zu können. Zugleich erklärte Messi, er wisse, wie sehr Jorge Messi gelitten habe und dass es wohl das Beste gewesen sei. Dennoch sei sein Vater viel zu früh gegangen.
Jorge Messi war am Samstag im Alter von 68 Jahren gestorben. Sein Tod hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Nähere Angaben zu den gesundheitlichen Problemen, die zu seinem Tod führten, wurden nicht veröffentlicht. Bereits im Juni hatte die Familie während der Weltmeisterschaft mitgeteilt, dass Jorge Messi krank sei. Nach dem Tod äußerten sich die Angehörigen zunächst nicht öffentlich. Lionel Messi reiste mit seiner Familie aus den USA nach Argentinien, um an der Trauerfeier teilzunehmen.
Krankheit des Vaters belastete Messi bei der WM
In seinem Beitrag schilderte der Weltmeister von 2022 auch, wie sehr ihn die Krankheit seines Vaters während der WM in diesem Sommer belastet habe. Nach jedem Spiel habe er auf eine Nachricht von ihm gewartet und sie vermisst. Spätestens da habe er erkannt, wie ernst die Lage tatsächlich gewesen sei.
Messi schrieb außerdem, dass ihn ständig der Gedanke begleitet habe, mit seiner Mannschaft möglichst weit zu kommen, um seinem Vater Zeit zu verschaffen und ihm vielleicht noch ein Spiel sehen zu lassen.
Zweifel an der Zukunft seiner Karriere
Aus den Worten des Superstars geht auch hervor, dass der Verlust seines Vaters Folgen für seine sportliche Zukunft haben könnte. „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun soll, ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe doch nur Fußball gespielt, und jetzt habe ich ziemliche Zweifel, ob ich das noch lange weitermachen werde“, schrieb Messi.
Mit Argentinien erreichte er zwar das Finale, verlor dort aber gegen Spanien. Rückblickend erklärte Messi, dass ihm im Endspiel körperlich die Kräfte gefehlt hätten. Er habe versucht, gegen seinen Zustand anzukämpfen, sei dazu aber nicht in der Lage gewesen. Wirklich wohl habe er sich dabei nie gefühlt. Jorge Messi konnte das Finale nicht mehr miterleben.
„Ich liebe dich, Papa“
Zum Abschluss würdigte Messi seinen Vater mit besonders bewegenden Worten. Er werde ihn sehr vermissen, schrieb er. Gleichzeitig werde Jorge Messi immer bei ihm sein – vor allem in der Art, wie er seine eigenen Kinder erziehe. Vieles von dem, was er ihnen mitgebe, stamme aus dem, was seine Eltern ihm selbst beigebracht hätten.
„Ich liebe dich, Papa“, schrieb Messi.
Auch Cristiano Ronaldo meldete sich zu Wort und sprach seinem langjährigen Rivalen öffentlich Beileid aus. Bei Instagram schrieb der Portugiese: „Eine ganz herzliche Umarmung für dich und deine Lieben in diesen schweren Zeiten, Leo. Viel Kraft.“
Jorge Messi hatte die Karriere seines Sohnes von Beginn an als Berater begleitet. Er brachte ihn einst als Jugendlichen zum FC Barcelona, wo Lionel Messi von 2000 bis 2021 spielte. Inzwischen steht der Offensivspieler bei Inter Miami in den USA unter Vertrag. Für die argentinische Nationalmannschaft bestritt Messi im Laufe seiner Karriere sechs Weltmeisterschaften.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber