Leon Goretzka erinnert sich noch gut an seine ersten Tage beim FC Bayern. Als er im Sommer 2018 im Alter von 23 Jahren vom FC Schalke 04 nach München wechselte, blieb ihm vor allem eine Aussage aus der TV-Sendung "Doppelpass" im Gedächtnis.
Mario Basler habe damals behauptet, er werde keine fünf Spiele für den Rekordmeister absolvieren, erzählte Goretzka mit einem Lächeln im Bayern-Mitgliedermagazin "51" kurz vor seinem Abschied. Am Ende seien es bekanntlich deutlich mehr geworden. Auch eine Wette mit Peter Neururer über einige Bierkisten habe er dabei noch im Kopf.
Goretzka strebt Fußball auf höchstem Niveau an
Aus den prognostizierten wenigen Einsätzen wurden schließlich 312 Pflichtspiele für die Münchner. Dennoch verlor der Nationalspieler in den vergangenen Jahren seinen Stammplatz und spielte zuletzt nur noch eine Nebenrolle. Deshalb erhielt er im Winter kein neues Vertragsangebot mehr. Sportvorstand Max Eberl zeigte sich zum Saisonende dennoch überzeugt, dass Goretzka seinen Weg in einer europäischen Topliga fortsetzen könne.
In Sachen Zukunft ist seitdem allerdings wenig passiert. Zwar gehörte der inzwischen 31-Jährige zum deutschen Kader bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko. Doch das Turnier endete enttäuschend: Deutschland schied bereits in der ersten K.-o.-Runde nach Elfmeterschießen gegen Paraguay aus.
Bereits im März hatte Goretzka betont, dass er noch einmal im Ausland auf hohem, konkurrenzfähigem Niveau spielen wolle. Als mögliche Ziele wurden unter anderem die AC Mailand, der SSC Neapel und Juventus Turin gehandelt. Auch Atlético Madrid sowie zuletzt Chicago Fire, wo sein früherer Bayern-Mitspieler Robert Lewandowski spielt, wurden genannt. Zu einem Wechsel kam es bislang jedoch nicht.

Beim FC Bayern ist seine Position bereits neu besetzt
Während Goretzkas Zukunft offen ist, hat Bayern intern längst reagiert. Den freigewordenen Platz im zentralen Mittelfeld erhält der erst 18 Jahre alte Bara Sapoko Ndiaye. Das Talent unterschrieb einen Profivertrag bis 2031 und soll künftig Konkurrenz für Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof darstellen.
Auffällig ist bei Ndiaye nicht nur seine Dynamik, sondern auch sein ungewöhnlicher Werdegang. Schon 2025 hatte er für zwei Monate bei den Bayern-Amateuren und der U19 mittrainiert und dabei erste Kontakte zu den Profis geknüpft. Im vergangenen Sommer wechselte er dann zu den Grasshoppers Zürich. Zu Jahresbeginn wurde er von der gambischen Akademie Gambinos Stars Africa ausgeliehen.
Diese Akademie arbeitet seit 2023 mit Red&Gold Football zusammen. Dahinter steht ein Gemeinschaftsprojekt des FC Bayern und des Los Angeles Football Club. Zu diesem Netzwerk gehören zudem der Racing Club de Montevideo aus Uruguay, Jeju SK FC aus Südkorea und S.D. Aucas aus Ecuador.
Rasanter Aufstieg des jungen Senegalesen
Ndiayes Entwicklung verlief beeindruckend schnell. Am 11. April gab er beim 5:0 gegen den FC St. Pauli sein Profidebüt, wenig später gehörte er sogar zum WM-Aufgebot des Senegal. Nach seiner Vertragsunterschrift sprach der Teenager von einem erfüllten Traum. Er wolle glücklich sein und zugleich ein Vorbild für andere junge Spieler sein, die wie seine ehemaligen Mitspieler bei den Gambinos Stars davon träumen, es zu einem der größten Clubs der Welt zu schaffen.
Sportdirektor Christoph Freund lobte Ndiaye als starken Charakter, der sich in kürzester Zeit in einer neuen Umgebung behauptet und schnell Anerkennung innerhalb der Mannschaft gewonnen habe. Als zentraler Mittelfeldspieler lebe er von Tempo, Dynamik und Spielintelligenz und falle auch außerhalb des Platzes positiv auf. Wie viel Einsatzzeit er bei den Profis tatsächlich bekommen wird, muss sich jedoch erst noch zeigen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber