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Federers Geheimtipp? Antonelli greift nach dem F1-Titel

WM-Spitzenreiter Antonelli holt sich Federer-Tipps: Was der 19-Jährige über Druck, Patzer und seine Rivalen verrät.

17.07.2026, 08:48 Uhr

Federer-Tipps für Antonelli im Titelrennen

Kimi Antonelli nahm die Worte von Roger Federer sehr ernst. Der Schweizer Tennisstar riet dem erst 19 Jahre alten Formel-1-Spitzenreiter, sich ganz auf das jeweils nächste Rennen zu konzentrieren und seine Gefühle im Griff zu behalten, damit keine unnötigen Fehler entstehen. Bei ihrem Treffen in der Royal Box in Wimbledon nutzte Antonelli die Gelegenheit, sich mit der Sportikone auszutauschen.

In Spa-Francorchamps berichtete der Italiener, wie beeindruckt er von Federer gewesen sei. Er beschrieb ihn nicht nur als außergewöhnlichen Sportler, sondern auch als bescheidenen und offenen Menschen. Vielleicht helfen ihm diese Ratschläge tatsächlich auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel. Sollte ihm das gelingen, würde Antonelli schon in jungen Jahren zu den ganz Großen seines Sports zählen.

Vor dem zehnten Saisonrennen führt der Mercedes-Pilot die Gesamtwertung mit 25 Punkten vor seinem Teamkollegen George Russell an. Allerdings lief zuletzt nicht alles nach Plan. Nach einer Serie von fünf Siegen nacheinander verhinderten Rückschläge und technische Probleme einen noch größeren Vorsprung. Antonelli machte deutlich, dass vor allem die Zuverlässigkeit des Autos verbessert werden müsse. Der Grand Prix von Belgien startet am Sonntag um 15.00 Uhr.

Erster italienischer Champion seit Ascari?

Seine bisherige zweite Saison bewertete Antonelli selbst mit 8,5 von 10 Punkten. Grund dafür seien unter anderem ein schwacher Auftakt in Japan, Fehler im Sprint von Miami sowie Probleme im Qualifying in Barcelona und Spielberg. Hinzu kamen Defekte, für die er nichts konnte und die ihn in zwei der vergangenen drei Rennen zurückwarfen. Solche Enttäuschungen wie zuletzt in Silverstone möchte er schnell abhaken. Gleichzeitig betonte er, dass der Mercedes bisher stets konkurrenzfähig gewesen sei und er daher wieder mit einer starken Vorstellung rechne.

Kimi Antonelli
Mercedes ist mit Antonelli Favorit auf den WM-Titel. (Archivbild) Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

In Italien wächst die Hoffnung, dass Antonelli den langen Titel-Fluch beenden könnte. Seit Alberto Ascari 1953 im Ferrari Weltmeister wurde, wartet das Land auf einen neuen Champion in der Formel 1. Antonelli weiß um diese Erwartungen, will sich davon aber nicht verrückt machen lassen. Entscheidend sei, aus allem, was in seiner eigenen Hand liege, das Maximum herauszuholen — also konzentriert zu bleiben und Fehler möglichst zu vermeiden.

Im Fahrerlager traut ihm kaum jemand den großen Durchbruch nicht zu. Max Verstappen lobte das Talent seines jungen Rivalen ausdrücklich. Schon im Kartsport habe man erkennen können, wie außergewöhnlich Antonelli sei, sagte der viermalige Weltmeister. Während Verstappen in dieser Saison als WM-Siebter bereits 103 Punkte Rückstand hat, hebt er besonders hervor, wie groß der Entwicklungsschritt des Italieners zuletzt gewesen sei.

Wachsende Begeisterung in Italien

Im vergangenen Jahr brauchte Antonelli noch Zeit, um sich an die Formel 1 zu gewöhnen. Auch in Spa-Francorchamps tat er sich damals schwer. Bei seinem bisher einzigen Auftritt in den Ardennen kam er nach einem misslungenen Sprint und einem enttäuschenden Qualifying nur auf Rang 16. Verstappen erinnerte daran, dass Fehler in der ersten Saison ganz normal seien — schließlich war auch er selbst bei seinem Debüt erst 17 Jahre alt. Inzwischen hat der Niederländer vier WM-Titel und 71 Rennsiege gesammelt, Antonelli steht bereits bei fünf Grand-Prix-Erfolgen.

Ob in Belgien der nächste dazukommt, bleibt abzuwarten. Mercedes gilt wegen seines starken Motors als besonders aussichtsreich, während Ferrari, Red Bull und McLaren als härteste Verfolger gelten. Charles Leclerc, der vor zwei Wochen in Silverstone gewann, bezeichnete Mercedes dennoch klar als Favoriten. Sein eigener Sieg habe Ferrari sogar selbst ein wenig überrascht, sagte der Monegasse.

Antonelli sieht sich in Italien trotz seiner Erfolge noch nicht auf einer Stufe mit Leclerc, was die Popularität angeht. Doch das könnte sich bald ändern. Er genieße die Begeisterung der Fans, spüre aber auch, dass mit dem Erfolg die Erwartungen immer weiter steigen. Manchmal wünsche man sich zwar, unerkannt zu bleiben, sagte er, doch das gehöre eben dazu. Sollte er weiter Rennen gewinnen, dürfte ihm das nicht nur in Italien immer seltener gelingen — ein Gefühl, das Roger Federer seit Jahren nur zu gut kennt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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