Baden-Württemberg

Tödliche Unwetter: Ein Toter, mehrere Verletzte

Tod bei Unwetter-Drama im Südwesten: In Karlsruhe erschlägt ein Baum einen Menschen – Hunderte Kräfte kämpfen gegen das Chaos.

17.07.2026, 08:13 Uhr

Unwetter richten in Baden-Württemberg massive Schäden an

Heftige Gewitter und Starkregen haben in großen Teilen Baden-Württembergs für zahlreiche Einsätze gesorgt. Nach ersten Informationen gab es dabei mindestens ein Todesopfer sowie mehrere Verletzte. In Karlsruhe wurde nach Angaben der Polizei ein Mensch von einem umstürzenden Baum tödlich getroffen. Weitere Details lagen zunächst nicht vor.

In der Fächerstadt waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mit Hunderten Kräften im Dauereinsatz. Die Branddirektion meldete mehr als 250 wetterbedingte Einsätze am Abend und in der Nacht.

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe erklärte, kam es zwischen 19 und 23 Uhr zu Überflutungen und Überschwemmungen. Außerdem wurden Ampeln und Fahrzeuge beschädigt. Herabstürzende Äste trafen demnach auch Radfahrer sowie ein Kind, die dabei leicht verletzt wurden. Wegen der Vielzahl an Vorfällen rief die Stadt eine außergewöhnliche Einsatzlage aus, um die Koordination zentral zu steuern.

Schäden auch in anderen Regionen

Nicht nur in Karlsruhe, auch andernorts mussten Einsatzkräfte zahlreiche Folgen des Unwetters bewältigen. In Pforzheim registrierte die Polizei bis tief in die Nacht rund 30 Einsätze.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg war die Lage ebenfalls angespannt. Dort wurden etwa 70 Einsätze gemeldet, unter anderem wegen herabfallender Dachziegel und vollgelaufener Keller. In Besigheim im Landkreis Ludwigsburg schlug nach ersten Erkenntnissen ein Blitz in ein Hausdach ein und verursachte einen Brand. Dabei erlitten mehrere Menschen leichte Verletzungen.

Im Rems-Murr-Kreis stürzten Bäume auf ein Gebäude und verursachten einen Schaden von etwa 100.000 Euro. Dort wurden insgesamt rund 50 Einsätze bekannt.

Unfallserie auf der A8 in Bayern

Auch in Bayern hatte das Unwetter Folgen. Auf der A8 in Schwaben kam es wegen Aquaplaning zu einer Serie von sechs Unfällen. Nach Polizeiangaben wurde am Donnerstagabend ein Mensch schwer verletzt, zwei weitere Personen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Unfälle passierten zwischen den Anschlussstellen Burgau und Günzburg in Richtung Stuttgart. Wie viele Fahrzeuge insgesamt beteiligt waren, war zunächst unklar.

Feuerwehr auch in Saarbrücken gefordert

Im Saarland sorgten Starkregen, heftige Windböen und ein Blitzeinschlag ebenfalls für zahlreiche Einsätze. Die Feuerwehr in Saarbrücken teilte mit, dass am Donnerstagabend mehr als 50 Einsatzstellen abgearbeitet werden mussten. Besonders stark betroffen war der Osten der Stadt, vor allem der Stadtteil Güdingen.

Wetterdienst warnt vor weiteren Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst erwartet auch am Freitag neue Gewitter, teils mit Unwetterpotenzial. Nach der am Morgen aktualisierten Vorhersage sind im Tagesverlauf in weiten Teilen des Landes Gewitter mit Starkregen, Hagel sowie starken bis stürmischen Böen möglich. Lediglich im Nordwesten und Westen soll die Lage etwas ruhiger bleiben.

Vor allem ab dem Nachmittag bis in die Nacht zum Samstag könnten lokal erneut Unwetter auftreten. Erwartet werden teils mehr als 25 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Auch Hagel und Sturm bleiben möglich. In der Osthälfte sowie in den mittleren Landesteilen sind örtlich sogar extreme Wetterlagen denkbar. Für den Südwesten und Süden warnen die Meteorologen zudem vor großem Hagel mit mehr als drei Zentimetern Durchmesser sowie schweren Sturm- bis hin zu orkanartigen Böen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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