RB Leipzig hat die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Ole Werner nach nur einer Saison beendet. Das teilte der Fußball-Bundesligist mit. Ebenfalls von ihren Aufgaben entbunden wurden die Assistenztrainer Tom Cichon und Patrick Kohlmann.
Trotz Platz drei, der Qualifikation für die Champions League und 65 Punkten zog der Club die Reißleine. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer erklärte, die abgelaufene Saison sei in den vergangenen Tagen noch einmal intensiv analysiert worden. Anschließend habe der Verein beschlossen, die Position des Cheftrainers neu zu besetzen. Aus Sicht der Verantwortlichen brauche es für die kommenden Aufgaben eine inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise.
Werner besitzt in Leipzig noch einen Vertrag bis 2027. Ein Nachfolger soll zeitnah präsentiert werden. Auch zur künftigen Zusammensetzung des Trainerteams und zu einer möglichen weiteren Zusammenarbeit mit Co-Trainer Jan Zimmermann will RB Leipzig bald informieren.
Demichelis als möglicher Nachfolger gehandelt
Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Argentinier Martín Demichelis die Nachfolge antreten. Der 45 Jahre alte frühere Bayern-Profi war zuletzt Trainer von RCD Mallorca.
Zweifel trotz erfüllter Saisonziele
Intern soll es vor allem bei Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff sowie in der globalen Fußball-Abteilung um Jürgen Klopp und Mario Gomez Vorbehalte gegen Werner gegeben haben. Dem Vernehmen nach überzeugte die von ihm eingeführte Spielidee nicht vollständig. Zudem habe der Eindruck bestanden, dass Leipzig für die erneute Königsklassen-Qualifikation auch einiges an Glück benötigte.
Wie nun bekannt wurde, soll Schäfer Werner in der vergangenen Saison zweimal den Rücken gestärkt haben, als intern über einen Trainerwechsel diskutiert wurde. Kritikpunkte seien unter anderem zu wenig Dominanz, zu geringe Laufarbeit, Lücken in der Defensive und zu wenige Punkte in Spitzenspielen gewesen.
Dabei hatte Werner den großen personellen Umbruch gemeistert und die neu zusammengestellte Mannschaft um Kapitän David Raum auf Rang drei geführt. Mit 65 Punkten verpasste RB den eigenen Bundesliga-Rekord nur um zwei Zähler. Auch ein starker Punkteschnitt von 1,95 reichte am Ende aber nicht für eine längere Zusammenarbeit.
Werner kam 2025 aus Bremen
Für Werner hatte RB Leipzig im Sommer 2025 laut Berichten rund zwei Millionen Euro an Werder Bremen gezahlt. Obwohl der Trainer damals nur bis 2027 unterschrieb, war die Zusammenarbeit grundsätzlich auf längere Sicht angelegt. Vor seiner Verpflichtung hatte Leipzig demnach auch Cesc Fàbregas im Blick, der jedoch bei Como 1907 blieb.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion