Karl führt Bayern im Finalstadion zum Sieg
Der FC Bayern hat in der Champions League ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und sich bei Atlético Madrid mit 2:0 (0:0) durchgesetzt. Zum Matchwinner wurde Nachwuchsspieler Lennart Karl: Der 18-Jährige, dessen Form zuletzt viel diskutiert worden war, erzielte mit seinem erst zweiten Pflichtspieltor der Saison die Führung.
Nach einem abgeblockten Versuch von Tom Bischof setzte Karl im Strafraum energisch nach, nahm Robin Le Normand den Ball ab und hob ihn in der 54. Minute clever über Jan Oblak hinweg ins Tor. Im Estadio Metropolitano, in dem am 5. Juni 2027 das Champions-League-Finale ausgetragen wird, brachte der Youngster die Münchner damit auf Kurs.
Für die Entscheidung sorgte wenig später Konrad Laimer. Zuvor war Dayot Upamecano, der erneut eine starke Partie zeigte, noch mit einem Kopfball an der Latte gescheitert (73.). Nur eine Minute später jagte Laimer den Ball wuchtig unter die Querlatte zum 2:0.
Mit dem hochverdienten Auswärtssieg haben die Münchner nach zuletzt zwei Remis wieder klar Kurs auf das Achtelfinale genommen. Nach der Hälfte der Ligaphase steht der deutsche Rekordmeister nun bei acht Punkten. Atlético blieb dagegen mit erst vier Zählern erneut hinter den Erwartungen zurück und trat im eigenen Stadion erstaunlich zurückhaltend auf.
Neuer lobt die Dominanz
Kapitän Manuel Neuer zeigte sich nach dem Erfolg entsprechend zufrieden. "Das war totale Dominanz von der ersten bis zur 93. Spielminute", sagte der Torhüter bei Prime Video. "Wir sind mega happy." Trotz der jüngsten personellen Rückschläge habe die Mannschaft eng zusammengestanden und alles in diesen Teamerfolg investiert, erklärte Neuer weiter.
Der 40-Jährige kehrte nach seiner nächsten Zwangspause wegen einer Sehnenreizung im Fuß wieder ins Tor zurück. Viel zu tun bekam er allerdings nicht. Bei einem Schuss von Marcos Llorente in der 66. Minute war Neuer sicher zur Stelle.
Olise trotzt den Knieproblemen
Trotz personeller Sorgen konnte Co-Trainer Aaron Danks, der erneut den weiter erkrankten Vincent Kompany vertrat, eine starke Anfangsformation aufbieten. In der Offensive, die zuletzt von Ausfällen betroffen war, stand Michael Olise nach einem Schlag aufs Knie wieder zur Verfügung. Laut Danks ging es bei ihm vor allem um Schmerzbehandlung.
Gemeinsam mit Karl und dem wieder links eingesetzten Alphonso Davies agierte Olise hinter Mittelstürmer Harry Kane. Sportvorstand Max Eberl hatte vor der Partie mit Blick auf Atlético "Rocky-Qualitäten" gefordert. Tatsächlich war die Begegnung zwar intensiv, aber nicht überhart. Besonders Olise bekam die Aufmerksamkeit der Gastgeber zu spüren und wurde häufig attackiert. Sein direkter Gegenspieler war der frühere Leverkusener Alejandro Grimaldo.
Bayern vergeben vor der Pause beste Chancen
Die Münchner bestimmten über weite Strecken das Geschehen. Sie hatten mehr Ballbesitz, liefen immer wieder gegen den kompakten Atlético-Block an und fanden trotz enger Räume mehrfach Lösungen. Vor der Pause ließ Bayern jedoch mehrere gute Möglichkeiten liegen.
Die größte Chance vergab Karl in der 23. Minute. Nach einem starken Vorstoß von Upamecano kam der 18-Jährige nach einem Zuspiel von Kane frei zum Abschluss, schoss aus guter Position aber über das Tor. Kurz darauf setzte Kane einen Volleyschuss daneben (27.), später wurde ein weiterer Versuch des Engländers geblockt (34.). Auch Josip Stanisic verfehlte das Ziel (36.). Atlético brachte offensiv kaum etwas zustande.
Atlético bleibt auch nach dem Rückstand harmlos
Direkt nach Wiederanpfiff prüfte Joshua Kimmich mit einem Distanzschuss Atlético-Keeper Oblak. Wenig später fiel dann die verdiente Führung durch Karl. Auch danach reagierten die Gastgeber kaum. Vom spanischen Spitzenclub kam selbst nach dem Rückstand keine echte Druckphase.
Nach Laimers Treffer zum 2:0 wurde es im sonst so stimmungsvollen Stadion spürbar ruhiger. Upamecano hätte seine starke Leistung beinahe noch mit einem Tor gekrönt, doch sein Treffer wurde wegen eines Foulspiels aberkannt (82.). Unter dem Strich stand ein souveräner und hochverdienter Bayern-Erfolg, bei dem vor allem der junge Lennart Karl glänzte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber