Fußball

Drama in Spanien: Nach diesem Foul stoppt sein Herz

Schock in Spanien: Nach brutalem Foul erleidet Teneriffa-Stürmer Jesús de Miguel Herzstillstand – nachts wird es schlimmer.

03.11.2026, 08:07 Uhr

Tod von Jesús de Miguel erschüttert Spanien – Mordkommission ermittelt nach Fußball-Drama

Der Tod von Jesús de Miguel hat weit über den spanischen Fußball hinaus Bestürzung ausgelöst. Der Stürmer des CD Teneriffa starb am Morgen nach einem schweren Zusammenprall im Zweitliga-Heimspiel gegen den FC Andorra im Krankenhaus. Der 30-Jährige hatte nach der Attacke des gegnerischen Torwarts schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten.

Nach Angaben des Clubs starb de Miguel um 8.00 Uhr. „Es gibt keine tröstenden Worte; nichts kann diese unermessliche Trauer lindern“, erklärte CD Teneriffa. Der Verein betonte zudem, man stehe an der Seite der Familie, der Angehörigen und ganz Teneriffas, das diesen Verlust betrauere.

De Miguel hinterlässt seine Partnerin María und die gemeinsame Tochter Carla, die im Juni 2025 geboren wurde. Die Familie zeigte sich für die große Unterstützung dankbar und bat zugleich um Wahrung ihrer Privatsphäre.

Mordkommission nimmt Ermittlungen auf

Der Fall beschäftigt inzwischen auch die spanische Nationalpolizei. Wegen des Todesfalls nahm die Mordkommission Ermittlungen auf. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen steht der Fall bereits unter gerichtlicher Aufsicht. Zuvor hatten der staatliche Fernsehsender RTVE und weitere spanische Medien unter Berufung auf Behörden darüber berichtet.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge wird unter anderem wegen möglichen fahrlässigen Totschlags ermittelt.

Heftiger Zusammenprall in der Nachspielzeit

Der tragische Zwischenfall ereignete sich tief in der Nachspielzeit. De Miguel war mit hohem Tempo unterwegs, als Andorras Torhüter Jesús Owono kurz hinter der Mittellinie aus seinem Tor herausgesprintet kam und ihn hart foulte. Für das Einsteigen zeigte der Schiedsrichter dem Keeper sofort die Rote Karte.

Die Szene erschütterte die Spieler beider Mannschaften sichtbar. Beim Stand von 2:2 wurde die Partie anschließend abgebrochen.

Wiederbelebung auf dem Weg ins Krankenhaus

Nach dem Zusammenstoß erlitt de Miguel offenbar schwere Kopfverletzungen und krümmte sich zunächst vor Schmerzen auf dem Rasen. Auf dem Weg ins Krankenhaus mussten Rettungskräfte den Fußballprofi nach einer ersten Club-Mitteilung wiederbeleben. Zu diesem Zeitpunkt atmete er wieder selbstständig, blieb jedoch bewusstlos.

Zunächst sprach CD Teneriffa von einem ernsten, aber stabilen Zustand. In der Nacht verschlechterte sich sein neurologischer Zustand jedoch. Wenige Stunden später folgte die Nachricht vom Tod des Angreifers.

Welle der Anteilnahme in Spanien und darüber hinaus

Der Tod des Fußballers löste landesweit Trauer aus. Rekordmeister Real Madrid und weitere Clubs unterbrachen nach Bekanntwerden der Nachricht ihr Training für eine Schweigeminute. Der spanische Verband RFEF sprach von einem „nicht zu ersetzenden Verlust“.

Auch sportpolitisch hatte die Nachricht Folgen: Sämtliche für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag angesetzten Pokalspiele im Männer- und Frauenfußball wurden verschoben.

Große Anteilnahme kam auch von prominenten Namen des Sports. Ex-Weltmeister Gerard Piqué, Mitbesitzer des FC Andorra und Augenzeuge des Unglücks, schrieb auf X, es tue ihm „in der Seele weh“. Neben aktuellen und früheren Profis äußerten sich zahlreiche Vereine, Verbände und Politiker bestürzt.

Die Spielergewerkschaft AFE erinnerte daran, dass de Miguel Mitglied ihres Vorstands war. Sein Tod hinterlasse eine enorme Lücke bei all jenen, die seine Leidenschaft für den Fußball und seinen Einsatz für die Rechte der Spieler geteilt hätten. Die Zeitung El Mundo schrieb: „Die Sportwelt weint um de Miguel.“ Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, erklärte, der Tod des Fußballers schmerze ihn „zutiefst“.

Beileidsbekundungen auch aus dem Ausland

Der FC Andorra bekundete ebenfalls sein tiefes Mitgefühl. Der Club sprach von gebrochenem Herzen und sprach der Familie, den Freunden und Weggefährten des Spielers sowie CD Teneriffa sein aufrichtiges Beileid aus. Der Verein verabschiedete sich mit den Worten: „Ruhe in Frieden.“

Die Anteilnahme reichte zudem über Spanien hinaus. Auch die UEFA sowie zahlreiche ausländische Clubs meldeten sich mit Beileidsbekundungen zu Wort.

Auf Teneriffa Stütze des Teams und Liebling der Fans

Der in Madrid geborene Angreifer hatte sich seinen Weg in den Profifußball über mehrere unterklassige spanische Vereine erarbeitet. Er spielte unter anderem für Unionistas de Salamanca und CD Castellón, bevor er im Sommer 2025 nach Teneriffa wechselte.

Dort wurde er schnell zu einer wichtigen Stütze und zum Liebling vieler Fans. Mit elf Treffern hatte er großen Anteil am Aufstieg in die zweite Liga. Gleich zu Beginn seiner Zeit beim Club stellte er mit sechs Toren in den ersten fünf Pflichtspielen einen Vereinsrekord auf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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