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Ex-Sprintkönig Philipsen: Happy End vor Alpen-Krimi

Kurz vor den Alpen schlägt Philipsen plötzlich zurück: Etappensieg Nummer 11! Und Pogacar? Das Gelbe bleibt in seiner Hand.

22.07.2026, 17:47 Uhr

Jasper Philipsen hat bei der Tour de France doch noch sein ersehntes Erfolgserlebnis gefeiert. Einen Tag nach dem bitteren Sturz-Aus von Florian Lipowitz gewann der Belgier die 17. Etappe über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron im Sprint vor dem Schweizer Mauro Schmid und dem Niederländer Olav Kooij.

Überglücklich ließ sich Philipsen nach der Zieldurchfahrt auf den Asphalt fallen. Nach einer langen Phase voller Rückschläge sei ein Sieg besonders emotional, sagte der Belgier. Man dürfe nie aufgeben und müsse immer weiterkämpfen. Entsprechend groß war seine Erleichterung im Ziel.

Mit dem Triumph steht Philipsen nun bei elf Etappensiegen bei der Tour. Auf seinen ersten Erfolg bei dieser Rundfahrt hatte der 28-Jährige lange warten müssen. In den bisherigen Sprintankünften konnte er selbst mit der Unterstützung von Anfahrer Mathieu van der Poel nicht entscheidend eingreifen. Philipsen räumte zudem ein, in der Phase der Misserfolge für seine Teamkollegen nicht immer einfach gewesen zu sein. Umso wichtiger sei die Unterstützung seiner Mannschaft gewesen, die ihn jeden Tag aufgebaut habe.

Auch die Tour 2025 war für Philipsen zunächst unerquicklich verlaufen: Zwar gewann er zum Auftakt die Etappe und holte sich das Gelbe Trikot, doch schon zwei Tage später musste er nach einem Sturz mit Schlüsselbeinbruch und Rippenverletzung aufgeben. In Voiron platzte nun endlich der Knoten – und das ausgerechnet bei der letzten echten Chance für die Sprinter.

Favoriten mit Bummel-Etappe vor den Bergen

Die Anwärter auf den Gesamtsieg um Spitzenreiter Tadej Pogacar legten vor den nun anstehenden drei schweren Alpen-Etappen einen kontrollierten Tag ein. Mit fast neun Minuten Rückstand auf den Tagessieger rollten sie ins Ziel.

In der Gesamtwertung führt der slowenische Weltmeister weiterhin mit 4:32 Minuten Vorsprung auf den belgischen Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel. Rang drei belegt Pogacars Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko, der 6:51 Minuten zurückliegt.

Für den deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz war die Tour bereits am Dienstag abrupt beendet worden. Der 25-Jährige erlitt bei seinem Sturz im Einzelzeitfahren einen Schlüsselbeinbruch und wurde inzwischen operiert. Ihm droht eine Zwangspause von mindestens sechs Wochen, womit seine Saison nahezu gelaufen sein dürfte.

Teamchef Ralph Denk sprach vor dem Start der 17. Etappe von großer Enttäuschung. Lipowitz sei "mega enttäuscht", liege noch im Krankenhaus und werde dort voraussichtlich auch die Nacht verbringen.

Engelhardt bestätigt starke Form

Auf dem Weg nach Voiron war der Kampf um einen Platz in der Ausreißergruppe intensiv. Lange Zeit mischte auch der deutsche Meister Felix Engelhardt vorne mit. Am Ende durfte er sich über Platz zwei seines Teamkollegen Mauro Schmid freuen.

Engelhardt sagte in der ARD, ein Etappensieg wäre natürlich überragend gewesen. Sein Team habe jedoch vieles richtig gemacht, sei in den entscheidenden Gruppen vertreten gewesen und auch im Sprint stark positioniert gewesen. Mit Blick auf seinen Vorstoß in einer prominent besetzten Spitzengruppe zeigte er sich selbstkritisch: Fahrer wie Jasper Stuyven und Mads Pedersen hätten bereits Monumente gewonnen, er selbst sei dort "die kleinste Kerze auf dem Kuchen".

Jetzt beginnt die entscheidende Alpenphase

Ab Donnerstag startet die heiße Phase der Rundfahrt. Zunächst wartet die Bergankunft in Orcières-Merlette, anschließend folgt das doppelte Spektakel rund um Alpe d’Huez – einer der großen Höhepunkte dieser Tour. Dann müssen die Klassementfahrer Farbe bekennen.

Pogacar wirkt auf dem Weg zu seinem fünften Toursieg derzeit äußerst souverän. Auch Ralph Denk sieht für Evenepoel im direkten Duell kaum Möglichkeiten, solange nichts Unvorhergesehenes passiert. Ganz ohne Probleme ist Pogacars Team aber nicht unterwegs: Auf Helfer Adam Yates konnte der Titelverteidiger am Mittwoch kaum bauen, der Brite fiel deutlich zurück und kam weit hinter dem Feld ins Ziel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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