Deutsche Volleyballerinnen scheitern im EM-Viertelfinale an der Türkei
Die deutschen Volleyballerinnen sind bei der Europameisterschaft im Viertelfinale ausgeschieden. In Istanbul verlor die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes gegen Titelverteidiger Türkei mit 1:3 (18:25, 25:22, 18:25, 22:25). Beste Punktesammlerin im Team von Bundestrainer Giulio Bregoli war Lina Alsmeier mit 13 Zählern.
„Absolut starke Teamleistung. Ich denke, wir haben guten Volleyball gezeigt“, sagte Kapitänin Camilla Weitzel nach der Partie. „Wir haben aber auch gesehen, dass sie in den entscheidenden Momenten dann noch das Quäntchen besser sind.“
Damit setzt sich aus deutscher Sicht eine unangenehme Serie fort: Die DVV-Auswahl hat nun ihre vergangenen sieben Viertelfinals bei internationalen Turnieren verloren. Trotzdem darf das Abschneiden bei dieser EM als kleiner Erfolg gewertet werden. Erstmals seit 2019 erreichte das Team wieder die Runde der letzten Acht. Vor allem der packende Achtelfinal-Sieg gegen Belgien war ein deutliches Ausrufezeichen. Zur absoluten Weltspitze fehlen aber weiterhin noch einige Schritte.
Starker zweiter Satz der Deutschen
Beide Mannschaften waren bereits in der vergangenen Woche in der Gruppenphase aufeinandergetroffen. Auch damals verlor Deutschland mit 1:3, überzeugte jedoch mit einer starken Leistung. „Den Hexenkessel kennen wir jetzt schon“, hatte Lina Alsmeier vor dem erneuten Duell mit Blick auf die Atmosphäre im Sinan Erdem Dome gesagt. Dennoch ging die deutsche Mannschaft erneut als klarer Außenseiter in die Partie. Von den vergangenen 16 Pflichtspielen gegen die Türkinnen hatte Deutschland zuvor nur eines gewonnen.
Bregoli vertraute derselben Startformation, die im Achtelfinale Belgien in fünf Sätzen bezwungen hatte. Vor mehr als 16.000 Fans zeigte die Türkei von Beginn an ihre ganze Klasse. Melissa Vargas sorgte mit einem Block, einem wuchtigen Angriff und zwei Assen fast im Alleingang für eine schnelle 5:1-Führung.
Deutschland ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Wie schon gegen Belgien arbeitete sich das Team wieder heran, unter anderem durch einen Punkt von Alsmeier zum 8:10. Vargas zeigte jedoch früh, warum sie aktuell als beste Spielerin der Welt gilt: Im ersten Satz verbuchte sie allein acht Punkte, darunter vier direkte Aufschlagpunkte.
Vargas entscheidet erneut die Schlüsselmomente
Im zweiten Durchgang startete die DVV-Auswahl deutlich besser. Ein starker Block von Anastasia Cekulaev und ein Punkt von Jungstar Leana Grozer brachten früh ein 6:1. Auch die eingewechselte Lena Kindermann setzte auf der Diagonalposition wichtige Impulse. Als Grozer Vargas zum 15:10 blockte, lag Deutschland klar vorn. Zwar wurde es in der Schlussphase noch einmal eng, doch am Ende gelang der verdiente Satzausgleich.
Im dritten Satz fand die Türkei defensiv wieder besser ins Spiel und erarbeitete sich früh ein kleines Polster. Auf deutscher Seite schlichen sich zu viele Fehler ein. Trotzdem hielt das Team auch im vierten Durchgang lange dagegen. Hanna Orthmann verkürzte per Ass auf 12:13, beim Stand von 16:16 war noch alles offen. Dann übernahm erneut die 26 Jahre alte Vargas Verantwortung und sorgte mit drei Punkten in Serie für die Vorentscheidung zugunsten der Türkinnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber