Wirtschaft

VW beschließt Sparhammer – was jetzt droht

Überraschung bei VW: Der Aufsichtsrat beschließt einstimmig ein Sparpaket – doch der Konzern hält die Details geheim.

03.09.2026, 20:52 Uhr

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat sich in Wolfsburg überraschend einstimmig auf ein umfassendes Spar- und Zukunftspaket verständigt. Damit erhielt der vom Konzernvorstand vorgelegte „Zukunftsplan 2030“ grünes Licht.

Nach Unternehmensangaben will der Autobauer in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen abbauen. Die Anpassung der Personalkapazitäten sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen.

Zudem stehen im Konzern vier Werke auf der Kippe. Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung garantiert werden, teilte VW mit.

Für diese Werke würden deshalb parallel alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Für die europäischen Standorte soll außerdem bis Ende Juni 2027 ein Konzept erarbeitet werden, das eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur sicherstellen soll.

Volkswagen erklärte, der Zukunftsplan solle den Konzern und seine Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufstellen. Vorstand und Aufsichtsrat hielten die Umsetzung für zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.

IG Metall und Betriebsrat: Eskalation vermieden

IG Metall und Konzernbetriebsrat werteten die Einigung in einer ersten Reaktion als Verhinderung einer Eskalation. Zugleich kritisierten IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo den bisherigen Kurs des Vorstands. Dessen Konfrontationsstrategie und Kommunikation in den vergangenen Wochen seien nicht zielführend gewesen, hieß es.

Nach Angaben von Benner und Cavallo ist eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw sowie der VW-Komponente vom Tisch. Auch ein Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit abgewehrt worden.

Zugleich betonten sie, dass kein Werk aufgegeben worden sei und keine Werksschließung beschlossen wurde. Vielmehr müssten nun für alle betroffenen Standorte konkrete Lösungen entwickelt werden. Dafür sehen sie weiterhin den Vorstand in der Pflicht.

Bereits vor zwei Monaten waren die Spar- und Zukunftspläne des Vorstands im Aufsichtsrat beraten worden. Damals scheiterten sie noch am Widerstand der Arbeitnehmerseite und des Landes Niedersachsen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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