Politik

Warum Merz im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt abtaucht

Merz wieder in Sachsen-Anhalt – doch erneut ohne Bürgernähe und ohne Pressefragen. Warum dieser abgeschirmte Wahlkampf?

03.09.2026, 19:42 Uhr

Merz warnt in Leuna vor Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Bei seinem zweiten Auftritt im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut vor den möglichen Konsequenzen einer von der AfD geführten Landesregierung gewarnt. Bei einem gemeinsamen Besuch mit Ministerpräsident Sven Schulze in der UPM-Bioraffinerie in Leuna sagte Merz, wer Deutschland als offenes und freiheitliches Land erhalten und Sachsen-Anhalt als attraktiven, auch für Europa bedeutenden Wirtschaftsstandort sichern wolle, dürfe bei der Wahl am Sonntag nicht die AfD unterstützen.

Wie schon bei seinem ersten Wahlkampfbesuch in Quedlinburg kam es auch diesmal kaum zu direktem Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern. Abgesehen von einigen Beschäftigten der Raffinerie sprach Merz vor allem mit der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Nach aktuellen Umfragen liegt die AfD deutlich vorn und könnte sogar die absolute Mehrheit erreichen.

Bereits am Montag zuvor, rund eine Woche vor der Wahl, hatte sich Merz erstmals in den Wahlkampf eingeschaltet. Damals besuchte er gemeinsam mit Schulze Quedlinburg, die Heimatstadt des Ministerpräsidenten im Harz. Dort traf er Landtagsabgeordnete und kommunale Verantwortungsträger. Auch bei diesem Termin war jedoch kein direkter Bürgerkontakt vorgesehen. Sowohl in Quedlinburg als auch in Leuna gab es lediglich ein gemeinsames Pressestatement ohne Fragen der anwesenden Journalistinnen und Journalisten.

Kritik an AfD-Kurs gegenüber Europa

In Leuna richtete Merz seine Kritik insbesondere gegen die europapolitische Haltung der AfD. Er erklärte, wer den europäischen Binnenmarkt, das Schengen-System und letztlich die Europäische Union infrage stelle, gefährde Investitionen wie das Projekt in Leuna grundlegend. Genau das wolle die Union verhindern.

Der finnische Konzern UPM hat am Standort Leuna rund 1,3 Milliarden Euro investiert. Dort soll Holz zu Basischemikalien verarbeitet werden. Die AfD äußert sich seit Langem kritisch zur Europäischen Union, auch wenn sie in ihrem Bundestagswahlprogramm für 2025 einen EU-Austritt nicht ausdrücklich verlangt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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