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Der Mann, der die Hurricanes zweimal zum Cup trug

2006 stemmte er als Kapitän den Cup – 20 Jahre später führt Brind'Amour Carolina zum nächsten Titel. Dann brechen alle Dämme.

15.06.2026, 07:40 Uhr

Brind’Amour führt Carolina auch als Trainer zum Stanley Cup

Sekunden vor dem entscheidenden Triumph in den Stanley-Cup-Finals wurde Rod Brind’Amour von seinen Gefühlen übermannt. 20 Jahre nach seinem Titelgewinn als Kapitän stemmte der 55-Jährige die bedeutendste Trophäe im Eishockey nun auch als Trainer der Carolina Hurricanes in die Höhe. Im US-Fernsehen sagte er sichtlich bewegt, dass ihm der Titel als Coach vor allem für seine Spieler enorm viel bedeute.

Nach dem vierten Sieg in der Best-of-Seven-Serie nahm Brind’Amour den mehr als 15 Kilogramm schweren Pokal in Las Vegas in die Arme, während ihn seine Mannschaft auf dem Eis feierte. Das 3:0 im sechsten Finalspiel gegen die Vegas Golden Knights besiegelte den zweiten Stanley-Cup-Erfolg der Franchise. Einen großen Anteil daran hatte der Coach mit einer riskanten, aber entscheidenden Personalentscheidung.

Mutiger Wechsel im Tor zahlt sich aus

Im dritten Spiel der Finalserie reagierte Brind’Amour beim 0:4 und nahm Stammtorhüter Frederik Andersen vom Eis. Stattdessen setzte er auf Brandon Bussi, der lange fernab des NHL-Rampenlichts in den unteren Ligen Nordamerikas gespielt hatte. Carolina kämpfte sich in dieser Partie noch in die Verlängerung, verlor dort zwar, übernahm danach aber die Kontrolle über die Serie.

Die Hurricanes gewannen anschließend Spiel vier, fünf und sechs. Im abschließenden Duell in Las Vegas blieb Bussi sogar ohne Gegentor und krönte seine unerwartete Rolle mit einem Shutout.

Brind’Amour sprach danach von einer besonderen Geschichte voller Emotionen und zeigte sich überwältigt. Zugleich betonte er, dass Andersen alles gegeben habe, aber nicht mehr völlig fit gewesen sei. Gerade deshalb sei Eishockey für ihn der ultimative Teamsport.

Vegas Golden Knights - Carolina Hurricanes
Die Carolina Hurricanes haben zum zweiten Mal den Stanley Cup gewonnen. Quelle: Candice Ward/FR172212 AP/AP/dpa

Starker Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft

Wie eng diese Mannschaft zusammengeschweißt ist, zeigte sich auch bei der Pokalübergabe. Kapitän Jordan Staal reichte den Stanley Cup nach dem ersten Jubel nicht an Matchwinner Bussi weiter, sondern an Andersen. Bussi hatte dafür volles Verständnis und erklärte, Andersen habe das Team überhaupt erst in diese Position gebracht und verdiene deutlich mehr Anerkennung.

Auch Staal selbst schrieb Geschichte. Der 37-Jährige wurde zum wertvollsten Spieler der Stanley-Cup-Playoffs gewählt. In den ersten fünf Finalspielen hatte er jeweils getroffen – ein Kunststück, das zuvor noch niemand geschafft hatte. Mit 37 Jahren und 277 Tagen ist er zudem der älteste MVP der Stanley-Cup-Playoffs in der NHL-Historie.

Staal sprach nach dem Titel von einer außergewöhnlichen Reise und sagte, wie stolz er auf die gesamte Mannschaft sei.

Die Carolina Hurricanes haben zum zweiten Mal den Stanley Cup gewonnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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