Almirón sieht bei der WM erste Rote Karte wegen Geste vor dem Mund
Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón ist der erste Profi, der bei der Weltmeisterschaft mit Rot vom Platz gestellt wurde, weil er sich während eines Wortgefechts die Hand vor den Mund hielt. Der 32 Jahre alte Spieler von Atlanta United wurde im Spiel gegen die Türkei nach einer neuen Vorschrift in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit des Feldes verwiesen.
Auslöser war eine Szene während einer Unterbrechung, in der Almirón mit verdecktem Mund etwas zu seinem Gegenspieler Mert Müldür gesagt haben soll. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador entschied nach einem Hinweis des Videoassistenten auf Platzverweis. Über die Stadionlautsprecher erklärte Barton: „Nummer zehn Paraguay, Hand vor seinem Mund“ und verkündete anschließend die Rote Karte.
Neuer Passus soll diskriminierendes Verhalten unterbinden
Mit der neuen Regel will die FIFA vor allem diskriminierende Äußerungen erschweren. Spieler verdecken in hitzigen Momenten häufig ihren Mund, damit ihre Worte nicht abgelesen oder nachvollzogen werden können. Laut FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina zielt die Bestimmung besonders auf konfrontative Situationen ab. Vor dem Turnier hatte er betont, dass Spieler ein solches Verhalten unterlassen sollen, wenn allen Beteiligten klar sei, worum es gehe.
Die Diskussion über eine entsprechende Regel war nach einem Vorfall in der Champions League aufgekommen. Dabei hatte Benfica-Profi Gianluca Prestianni in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior sein Trikot vor den Mund gezogen. Gegen Prestianni stand der Verdacht einer rassistischen Äußerung im Raum; letztlich wurde er wegen einer homophoben Bemerkung gesperrt. FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach sich danach öffentlich für eine klare Regelung aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion